Die Kunsthalle Jesuitenkirche ist seit 1990 das Ausstellungshaus der Stadt Aschaffenburg mit Schwerpunkten der Klassischen Moderne und gefestigter Positionen der Gegenwart.Der profanierte Sakralraum bietet mit seinen Stuckelementen ein eindrucksvolles Ambiente für Ausstellungen moderner Kunst. Es finden in der Regel vier wechselnde Ausstellungen pro Jahr statt.

„Auch ich in Arkadien!” Gruppe Aschaffenburger Künstler
Stellen Sie sich vor, es gäbe einen Ort, an dem „Alles“ gut wäre, an dem Sie sich rundum wohlfühlen, Ihr persönlicher Sehnsuchtsort – wie sähe er aus?
Dieser Frage haben sich 27 Aschaffenburger Künstlerinnen und Künstler gestellt und reihen sich mit ihrem selbst gewählten Thema „Auch ich in Arkadien!“ in eine kulturhistorische Tradition ein, die sich bis Anfang des 3. Jahrhunderts vor Christus zurückverfolgen lässt.
Der antike griechische Dichter Theokrit, selbst Städter, entwarf mit seiner Poesie ein idyllisches Gegenbild zur Stadt. Dabei beschreibt er das einfache, aber glückliche Landleben eines Schäfers. „Arkadien“ als Sehnsuchtsort gewann über die Jahrhunderte hinweg immer wieder an Aktualität. Goethe stellte „Auch ich in Arkadien!“ als Motto seiner „Italienischen Reise“ voran. Durch die Aneignung dieses Zitats nehmen die regionalen Künstler bewusst Bezug darauf.
Jedoch genügt ein Gang durch Aschaffenburg, um einen der ganz Großen mit Italiensehnsucht in den eigenen Reihen zu finden. Auf dem Aschaffenburger Altstadtfriedhof be ndet sich das Grab Wilhelm Heinses – und dieser soll den ebenfalls italiensehnsüchtigen Ludwig I. dazu inspiriert haben, das Pompejanum in Aschaffenburg zu erbauen.
Vom Sehnsuchtsort, an dem der Mensch im Einklang mit der Natur leben kann, hat Arkadien sich zum Synonym für das menschliche Sehnen nach einem vollkommenen, friedlichen Zustand gewandelt. Die Künstlergruppe GAK zeigt in ihrem Gastspiel in der Kunsthalle zeitgenössische und persönliche Facetten des tradierten Themas.
bis 11. Oktober 2020

Bernd Zimmer – Kristallwelt
Als Mitbegründer der Galerie am Moritzplatz in Berlin wurde Bernd Zimmer (*1948) in den 1970er-Jahren mit der „Heftigen Malerei“ bekannt. In den vergangenen vierzig Jahren entstand ein bemerkenswertes Œuvre mit mehr als 2600 Gemälden und 4000 Arbeiten auf Papier, in dem die Auseinandersetzung mit der Natur einen zentralen Stellenwert einnimmt: von den Wüstenbildern und den dschungelartigen Wäldern der „Kristallwelt“-Serie bis zu den Werken der Reihen „Reflexion“ und „Cosmos“.
Von Beginn an waren ausgedehnte Reisen und die Wahrnehmung unterschiedlicher Landschaften und Lebensräume die Ausgangspunkte für seine Bildreihen. Die Ausstellung in der Kunsthalle Jesuitenkirche zeigt die Meisterschaft Bernd Zimmers in der Malerei anhand repräsentativer und monumentaler Werke, die souverän zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, Natureindruck und autonomer Formgebung oszillieren.
7. November 2020 bis 21. Februar 2021

www.museen-aschaffenburg.de