In einem ambitionierten, sich abwechselnden Ausstellungsprogramm präsentiert die LUDWIGGALERIE in den großzügigen Räumen der klassizistischen Schlossanlage unter vier Hauptfragestellungen Leihgaben aus aller Welt.

„Ruhrgebietschronist trifft Kulturlegende – RUDOLF HOLTAPPEL und WALTER KUROWSKI. Eine fotografische Begegnung”
Mit der Ausstellung „Ruhrgebietschronist trifft Kulturlegende – RUDOLF HOLTAPPEL und WALTER KUROWSKI. Eine fotografische Begegnung” stellt die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen erstmals die beiden großen Nachlässe aus dem Bestand des Hauses einander gegenüber.
Ob teilnehmender Chronist des Ruhrgebiets, ob herausragender Theater- oder prämierter Warenhausfotograf: Rudolf Holtappels Werke glänzen durch ihre eigenständige fotografische Bildsprache. Seine Bilder zeigen seinen einfühlsamen Blick auf den Menschen, sei es bei der Arbeit, beim Einkauf oder in der Freizeit und sie prägen das visuelle Gedächtnis der Spielzeiten der Oberhausener Theaterintendanzen Büch und Weise.
Jahrzehntelang prägt Walter Kurowski mit seinen Zeichnungen, Plakaten und Karikaturen die Kulturszene der Stadt Oberhausen und malt sich so in ihr Gedächtnis. Als einer der deutschlandweit wichtigsten Karikaturisten in den 1970er Jahren kämpft KURO an der Seite der Arbeiterschaft für soziale Gerechtigkeit. Seine Karikaturen stehen für blitzschlaue Einfälle, politische Direktheit und demokratischen Optimismus. Seine pointiert beobachtende Zeitzeugenschaft fließt auch eindrucksvoll in großformatige Gemälde und Lithografien zum Zechensterben ein.
Die Ausstellung würdigt mit über 250 fotografischen Arbeiten von Rudolf Holtappel und über 150 Exponaten von Walter Kurowski diese wichtigen Oberhausener Protagonisten.
23. Januar bis 8. Mai 2022

Rudolf Holtappel, Selbstporträt, o. J. © Rudolf Holtappel, Nachlass LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Rudolf Holtappel, Selbstporträt, o. J. © Rudolf Holtappel, Nachlass LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

VINYL!
Die Comic-Cover
Für die Ausstellung VINYL! in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen, hat Kurator Eckart Sackmann die schönsten Comic-Cover zusammengetragen. Den Anlass bilden zwei Zeitströmungen ganz gegensätzlicher Natur: In den 1980er Jahren kündigte sich bereits das Ende der Langspielplatte an. Die leichter konsumierbare CD lief ihr den Rang ab. Anfang der 90er Jahre verschwanden LPs dann aus den ehemaligen „Schallplattenläden“.
Zu dieser Zeit hatten die Comics gerade ihren ersten Höhenflug erreicht. Seit den späten 60er Jahren – mit der Pop Art, dem Underground, aber auch im Zuge der Nostalgiebewegung – setzte sich die Erkenntnis durch, dass Comics nicht nur eine primitive Lektüre für Kinder ungebildeter Eltern waren. Die 80er Jahre waren dann schließlich das Experimentierfeld der neuen „Erwachsenencomics“.

VINYL! Die Comic-Cover© 1983 Tanino Liberat ore, CBS (Frank Zappa: The Man f rom Utopia)

VINYL! Die Comic-Cover© 1983 Tanino Liberat ore, CBS (Frank Zappa: The Man f rom Utopia)

Für die Kreativszene lag beides, (Rock-)Musik und Comics, nah beieinander. Comiczeichner, die bei der Arbeit Musik hörten, hatten den Ehrgeiz, wenigstens einmal das Cover einer LP zu gestalten. In Deutschland waren es die Satirezeitschrift pardon und ihr Mitarbeiter Lutz Reinecke, die ab Anfang der 70er die neue Kultur in die WGs und an die Öffentlichkeit brachten.
Mit dem Siegeszug der CD schien diese kulturelle Umarmung zunächst ausgebremst zu sein. Heute erleben wir eine Renaissance der Schallplatte, für Comiczeichner ist dieses Medium allerdings uninteressant geworden. Was bleibt, ist die Erinnerung an die „goldene Zeit“, an viele wunderbare Kunstwerke, mit denen sich die Stars von damals ihren Ruhm bewahrt haben. Comic-Cover von Robert Crumb, von Richard Corben, Joe Sacco, Moebius, Enki Bilal, Hugo Pratt, Milo Manara, Alfred von Meysenbug, Chris Scheuer und Gerhard Seyfried überraschen und erfreuen auch heute noch. Sie illustrieren die Schallplatten von Interpreten wie Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jethro Tull, den Byrds und Guns n’ Roses. Eine Lightshow und die entsprechende musikalische Untermalung lassen die BesucherInnen in das Universum der Popkultur eintauchen.
16. Januar bis 8. Mai 2022

Fotografin unter Musikern
LINDA McCARTNEY – The Sixties and more
Als die Amerikanerin Linda Eastman Mitte der 1960er Jahre zu fotografieren beginnt, gerät sie unmittelbar in die Szene des Rock’n’Roll. Eine Presseeinladung öffnet ihr die Tür zu einer Promotionparty der Rolling Stones an Bord der SS Sea Panther auf dem Hudson River. Hier beginnt ihre ungewöhnliche Karriere. „Es waren die Zeiten, als Jimi Hendrix aus heiterem Himmel in mein Apartment geschneit kam und ich mit Jim Morrison in Chinatown zum Essen ging. Einmal kaufte ich mit Janis Joplin Erdnussbutter für ein mitternächtliches Festmahl, ein andermal kurvte ich mit Jackson Browne mit der U-Bahn durch die Stadt.“ Außerdem trifft sie die Beatles und damit ihren späteren Ehemann Paul.

Linda McPaul McCartney ©Paul McCartney/Fotografin Linda McCartney/Courtesy Sammlung Reichelt und Brockmann

Linda McPaul McCartney ©Paul McCartney/Fotografin Linda McCartney/Courtesy Sammlung Reichelt und Brockmann

Die Ausstellung zeigt mit den Fotos aus den Sixties eindringliche Momente dieser intensiven musikalischen Ära. Ergänzt wird ihr Schaffen durch die Roadworks und die experimentellen Sunprints. Zusätzlich bietet eine eigenständige Präsentation von Plattencovern mit ihren besonderen Gestaltungen einen ergänzenden Einblick in die Zeit von Sex, Drugs and Rock’n’Roll. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit Ina Brockmann und Peter Reichelt.
15. Mai bis 11. September 2022

www.ludwiggalerie.de