Das Museum Folkwang in Essen hat eine lange Tradition und gehört heute zu den wichtigsten Museen für moderne Kunst in Deutschland. Das Folkwang besitzt Sammlungen von Malerei und Skulptur des 19. Jahrhunderts, der klassischen Moderne, der Kunst nach 1945 und der Fotografie. Außerdem gehört seit 2010 auch das Deutsche Plakat Museum mit 350.000 Exponaten zur Sammlung. Gezeigt werden regelmäßig die Werke bekannter Plakatgestalter. Die große Ausstellungshalle ist mit 1.400 Quadratmetern deutschlandweit die größte ihrer Art. Der Eintritt in die ständige Sammlung ist frei.

NEUE WELTEN
Die Entdeckung der Sammlung
Seit Sommer 2019 stellt das Museum Folkwang seine Sammlung in vollständig umgestalteten Räumen vor. Unter dem Leitthema Neue Welten erleben und erfahren Besucherinnen und Besucher die traditionsreiche Sammlung in neuer Gestalt und oftmals aus überraschender Perspektive. Malerei trifft auf Fotografie, Skulptur oder Grafik und geht mit Weltkunst und Plakat bisher ungesehene und inspirierende Konstellationen ein.
Jeder Sammlungsraum ist medien- und epochenübergreifend arrangiert. Im Sinne der Folkwang-Idee von Museumsgründer Karl Ernst Osthaus (1874–1921) treten die Gattungen und unterschiedlichen Sammlungsbereiche in Dialog miteinander. Von den Anfängen der Sammlung mit Hauptwerken von Vincent van Gogh, Paul Cézanne, Paul Gauguin und den deutschen Expressionisten bis in die Gegenwart öffnet sich der Folkwang-Kosmos aus heutiger Perspektive. Die Neupräsentation erstreckt sich über den gesamten Sammlungsbereich im Alt- und Neubau des Museums und lädt ein, die Sammlung neu zu entdecken.
In den 25 Räumen finden sich zentrale Werke der Sammlung, um die sich verschiedenste Erzählungen ranken. Jeder Raum ist nach einem Ankerwerk benannt, das einen thematischen Impuls gibt. Unter diesen Ankerwerken befinden sich wichtige Gemälde wie La moisson (1889) von Vincent van Gogh, aber auch überraschende Werke wie Claude Kuhns satirisches Plakat Der Fisch im Schafspelz (2011). Alle Räume handeln von Neuanfängen, Aufbrüchen und neuen Zeiten. Der Titel der Präsentation Neue Welten greift somit auch aktuelle gesellschaftspolitische Themen wie Migration, Bilderflut und Fake News in den Sozialen Medien auf – ein zeitgenössischer Blick auf eine historisch gewachsene Sammlung.
Der Raum Prometheus Bound eröffnet den Rundgang Neue Welten. Er widmet sich der künstlerischen Auseinandersetzung mit Schöpfungsmythen aus unterschiedlichen kulturellen Zusammenhängen. Neben Barnett Newmans Gemälde sind mythologische Figuren wie Max Beckmanns Perseus (1941), Auguste Rodins Bronzeskulptur Eva (um 1881) oder auf Albert Renger-Patzschs Fotografie Natterkopf (1925) zu sehen. Osthaus‘ Sammlertätigkeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie den gleichzeitigen Erwerbungen des ersten Essener Museumsdirektors Ernst Gosebruch sind im Altbau zwei Säle gewidmet. Von den ersten für ein deutsches Museum erworbenen Van Gogh-Gemälden über die Werke von wegweisenden Künstlern der Moderne wie Paul Gauguin bis hin zu den Lieblingsstücken vieler Besucherinnen und Besucher, wie Paula Modersohn-Beckers Selbstbildnis mit Kamelienzweig (1906/1907) oder Max Liebermanns Papageienmann (1902) präsentieren diese Räume das beeindruckende Vermächtnis der Gründungsjahre des Museums und ihrer Protagonisten. Im Neubau finden sich Skulpturen von Wilhelm Lehmbruck in Nachbarschaft zu Katharina Fritsch und Bilder von Camille Corot gegenüber Per Kirkeby. Claude Monet trifft auf Mark Rothko und August Mackes Modes: Frau mit Sonnenschirm vor Hutladen (1914) begegnet der legendären Deutsche Bundesbahn-Werbekampagne Alle reden vom Wetter. Wir nicht. (1968). Von Rudolf Bellings Entwurf einer Kühlerfigur Fabeltier (1923) bis hin zu der überlebensgroßen Pinocchio-Skulpturengruppe Two Thieves, One Liar (2006) des Pop Art-Künstlers Jim Dine stellt Neue Welten die Vielfalt und den Reichtum einer die Epochen und Medien, Formate und Themen übergreifenden Sammlung in ihrer Einzigartigkeit vor.

2x Kippenberger: Museum Folkwang und Villa Hügel präsentieren Martin Kippenberger in einer Doppelausstellung
Bis zum 16. Mai 2021 widmen sich das Museum Folkwang und die Villa Hügel dem Künstler Martin Kippenberger in zwei Ausstellungen: Das Museum Folkwang präsentiert mit The Happy End of Franz Kafka’s ‘Amerika‘ das nur selten gezeigte, gleichnamige Opus magnum des Künstlers, das in den beeindruckenden, Sportplatz-ähnlichen Dimensionen seiner „Urfassung“ von 1994 zu sehen ist. Zeitgleich wird in den historischen Räumlichkeiten der Villa Hügel Kippenbergers reiche Produktion an Künstlerbüchern und Plakaten unter dem Titel Vergessene Einrichtungsprobleme in der Villa Hügel in Szene gesetzt.
bis 16. Mai 2021

www.museum-folkwang.de