Erdöl – kein anderer Rohstoff durchdringt so viele Bereiche unseres Lebens: unsere Städte, unsere Körper, unsere Emotionen. An keinen sind derart weitreichende Freiheitsversprechen gebunden. Aber auch kein anderer Stoff neben der Kohle ist so sehr für Umweltverschmutzung und Klimawandel verantwortlich, für Plastikberge an Land und Mikroplastik in den Ozeanen. Und keiner ist derart in Kriege verwickelt. Deshalb wird es höchste Zeit für eine Bestandsaufnahme dieser verhängnisvollen Beziehungen. Die Ausstellung Oil. Schönheit und Schrecken des Erdölzeitalters (4.9.2021–9.1.2022) wirft einen spekulativen, poetischen Blick zurück auf die seit rund 100 Jahren andauernde Erdölmoderne. Aus der Distanz einer hypothetischen Zukunft wird gefragt, was typisch war an dieser unserer Zeit, was großartig und schön, was hässlich und furchtbar, und wie sich all das in Kunst und Kultur widerspiegelt.

Monira Al Qadiri, OR-BIT 1, 2016, Schwebende Skulptur, Kunststoff„ 30 x 30 x 30 cm, © Monira Al Qadiri, Courtesy die Künstlerin, Foto: Stefan Altenburger

Monira Al Qadiri, OR-BIT 1, 2016, Schwebende Skulptur, Kunststoff„ 30 x 30 x 30 cm, © Monira Al Qadiri, Courtesy die Künstlerin, Foto: Stefan Altenburger

Die Ausstellung ist die erste, historisch und geografisch umfassende Retrospektive der künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Erdöl und seinen Materialien. Von einem 200 Millionen Jahre alten Ichthyosaurier bis hin zu einer Computersimulation: Komplex und vielfältig wie nie zuvor bieten rund 220 Gemälde, Skulpturen, Installationen, Videos, Fotografien, eigens für die Ausstellung geschaffene Kunstwerke sowie technische und naturwissenschaftliche Objekte einen Einblick in das globale Erdölzeitalter.
4. September 2021 bis 9. Januar 2022

www.kunstmuseum-wolfsburg.de