Facettenreich ist das Musiktheater des Theaters Magdeburg: von der Oper über die Operette bis zum Musical reicht das Spektrum. Breit gefächert ist auch das Repertoire: von der Barockoper – mit einem Schwerpunkt auf den Werken Georg Philipp Telemanns insbesondere während der Magdeburger Telemann-Tage – über die Klassik und Romantik bis zu zeitgenössischen Werken, teils als Uraufführungen oder Deutsche Erstaufführungen, so unter anderem Werke von Hans Werner Henze, Marc Neikrug, Harrison Birtwistle und Philip Glass.

In einem Fischerort an der englischen Ostküste lebt der Fischer Peter Grimes. Ein Großteil der Bevölkerung beäugt den unnahbaren Eigenbrötler misstrauisch. Von dem Verdacht, einem aus dem Waisenhaus geholten Lehrjungen Gewalt angetan zu haben, wird Grimes zwar offiziell freigesprochen. Allerdings verstärkt der Tod des Jungen das Gerede im Ort weiter. Nur der alte Kapitän Balstrode und die Witwe Ellen Orford ergreifen Partei für Grimes. Als auch dessen neuer Lehrjunge zu Tode kommt, wird der Fischer gesucht. Orford und Balstrode treff en als erste auf ihn: Er ist dem Wahnsinn nahe. Balstrode rät Grimes, aufs Meer hinauszufahren und sich mit seinem Boot zu versenken …
Dem selbst aus einem ostenglischen Fischerstädtchen stammenden Komponisten Benjamin Britten gelang 1945 mit „Peter Grimes” der Durchbruch als Opernkomponist. Die Titelpartie schrieb er für seinen Freund, den Tenor Peter Pears, der durch die Rolle Weltruhm erlangte. Mit dem Werk belebte Britten die seit Henry Purcell annähernd erloschene englische Operntradition neu. Auf Grundlage der Verserzählung „The Borough” des englischen Dichters George Crabbe schufen Britten und sein Librettist Montagu Slater das eindringliche Porträt eines innerlich zerrissenen Außenseiters, der letztlich an der Borniertheit und Grausamkeit seiner Mitmenschen zu Grunde geht.
8., 15. und 21. Mai sowie am 6. Juni 2022

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