Der Brauch, den Jahreswechsel mit Ludwig van Beethovens Neunter zu feiern, geht auf Arthur Nikisch zurück: Dieser dirigierte zu Silvester 1918 vor tausenden Arbeitern die Symphonie zu einer „Friedensfeier”, bei der das „Freudenthema” genau um Mitternacht erklang. So wurde er zum Geburtshelfer einer Tradition, die schnell in aller Welt Fuß fasste. Dennoch lohnt es sich, dieses radikalste sym­phonische Werk der Musikgeschichte jedes Mal neu zu erleben: Dann nämlich fühlt man die existenzielle Wucht der Uraufführung, als dem Publikum angesichts des Einsatzes menschlicher Stimmen im Finale und völlig unvorbereiteter harmonischer Wendungen regelrecht der Atem stockte.
Dirigiert werden die Konzerte von Chris­tian Thielemann, seines Zeichens seit der Saison 2012/2013 Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Über Stationen an der Deutschen Oper Berlin, in Gelsen­kirchen, Karlsruhe, Hannover und Düsseldorf kam er 1988 als Generalmusikdirektor nach Nürnberg. 1997 kehrte der gebürtige Berliner in seine Heimatstadt als Generalmusikdirek­tor der Deutschen Oper Berlin zurück, bevor er das gleiche Amt von 2004 bis 2011 bei den Münchner Philharmonikern innehatte. Neben seiner Dresdner Chefposition war er von 2013 bis 2022 Künstlerischer Leiter der Osterfest­spiele Salzburg.
29., 30. und 31. Dezember 2022

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