Von Brasilien über Hollywood bis zur amerikanischen Moderne: Die Symphoniker Hamburg begeben sich auf eine musikalische Reise zwischen Kontinenten und Stilrichtungen. Mit der Cellistin Jing Zhao und dem Dirigenten Nuno Coelho stehen zwei international erfahrene Künstler auf der Bühne der Laeiszhalle.
Heitor Villa-Lobos gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der brasilianischen Musikgeschichte. Seine neun „Bachianas brasileiras“ entstanden aus der Überzeugung, dass sich die kontrapunktische Kunst Johann Sebastian Bachs mit den musikalischen Traditionen Brasiliens verbinden lässt. Die vierte Suite, die ursprünglich für Klavier entstand und später orchestriert wurde, entfaltet eine charakteristische Mischung aus barocker Formstrenge, lyrischen Melodien und südamerikanischer Rhythmik.
Mit Erich Wolfgang Korngolds Konzert für Violoncello und Orchester in C-Dur op. 37 rückt anschließend ein Komponist ins Zentrum, dessen Lebensweg eng mit Hollywood verbunden ist. Der aus Wien stammende Korngold emigrierte in die Vereinigten Staaten und wurde zu einem der bedeutendsten Filmmusikkomponisten seiner Zeit. Sein Cellokonzert entwickelte er aus Musik zu dem Film „Deception“ von 1946. Das einsätzige Werk vereint leidenschaftliche Melodik, orchestrale Dramatik und virtuose Anforderungen an das Soloinstrument.
Die chinesische Cellistin Jing Zhao übernimmt die Solopartie. Ihre internationale Konzerttätigkeit führte sie zu bedeutenden Orchestern und Festivals. Korngolds ausdrucksstarke Musik bietet ihr die Möglichkeit, sowohl die gesanglichen Qualitäten als auch die dramatische Kraft des Violoncellos zur Geltung zu bringen.
Nach der Pause erklingt Charles Ives’ zweite Sinfonie. Der amerikanische Komponist arbeitete mit musikalischen Zitaten, vertrauten Melodien und ungewöhnlichen harmonischen Überlagerungen. Traditionelle amerikanische Lieder treffen dabei auf europäische Sinfonik. Das Ergebnis ist eine eigenwillige und mitunter humorvolle Auseinandersetzung mit der musikalischen Vergangenheit.
Nuno Coelho dirigiert ein Programm, das die Entstehung neuer musikalischer Identitäten hörbar macht: durch kulturellen Austausch, persönliche Lebenswege und den kreativen Umgang mit überlieferten Formen.
4. Februar 2027















