Zwei international gefeierte Musikerinnen widmen sich im Schlosstheater Celle drei Meisterwerken der Violinliteratur. Julia Fischer und Yulianna Avdeeva spannen einen musikalischen Bogen von Georg Friedrich Händels Barockmusik bis zu Beethovens leidenschaftlicher „Kreutzersonate“.

Julia Fischer zählt seit vielen Jahren zu den herausragenden Geigerinnen ihrer Generation. Ihre internationale Karriere führte sie zu bedeutenden Orchestern und Dirigenten, doch auch die Kammermusik nimmt einen zentralen Platz in ihrem künstlerischen Schaffen ein. Gerade im unmittelbaren Dialog mit einem Klavierpartner zeigt sich ihre Fähigkeit, musikalische Strukturen mit großer Klarheit und Ausdruckstiefe zu gestalten.

An ihrer Seite steht die Pianistin Yulianna Avdeeva. Die in Moskau geborene Musikerin erlangte 2010 internationale Aufmerksamkeit, als sie den renommierten Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau gewann. Seither gastiert sie regelmäßig in bedeutenden Konzertsälen und überzeugt mit einer Verbindung aus technischer Souveränität und differenzierter musikalischer Gestaltung.

Den Auftakt bildet Georg Friedrich Händels Violinsonate Nr. 3 in F-Dur. Händel ist vor allem für seine Opern, Oratorien und festlichen Orchesterwerke bekannt. Seine Kammermusik eröffnet dagegen einen intimeren Einblick in seine musikalische Sprache. Die Sonate verbindet barocke Eleganz mit gesanglichen Melodien und lebendigen rhythmischen Bewegungen.

Mit Ottorino Respighis Sonate für Violine und Klavier in h-Moll führt das Programm in die italienische Spätromantik. Respighi, dessen farbenprächtige Orchesterdichtungen über Rom weltberühmt wurden, schrieb die Sonate 1917. Das Werk zeichnet sich durch leidenschaftliche Ausdruckskraft, reiche Harmonik und einen anspruchsvollen Klavierpart aus. Besonders eindrucksvoll ist der abschließende Passacaglia-Satz, dessen musikalische Entwicklung auf einem wiederkehrenden Bassthema beruht.

Den Höhepunkt bildet Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier und Violine in A-Dur op. 47, die berühmte „Kreutzersonate“. Das 1803 entstandene Werk sprengte mit seiner ungewöhnlichen Länge, dramatischen Intensität und virtuosen Anlage die damaligen Erwartungen an eine Violinsonate. Beide Instrumente begegnen sich hier als gleichberechtigte Partner und treiben die musikalische Entwicklung mit großer Energie voran.

Mit Julia Fischer und Yulianna Avdeeva treffen zwei Interpretinnen aufeinander, deren künstlerische Individualität gerade in dieser anspruchsvollen Kammermusikbesetzung besondere Wirkung entfalten kann.
11. März 2027

schlosstheater-celle.de