Französische Orchesterfarben und gleich zwei große Cellokonzerte stehen auf dem Programm der Neubrandenburger Philharmonie. Mit Maximilian Hornung ist einer der profiliertesten deutschen Cellisten seiner Generation zu Gast in der Konzertkirche.
Maurice Ravels Ballettmusik „Daphnis et Chloé“ gehört zu den faszinierendsten Orchesterwerken des frühen 20. Jahrhunderts. Für Sergej Diaghilews berühmte Ballets Russes komponiert und 1912 in Paris uraufgeführt, erzählt das Werk die Geschichte zweier Liebender in einer idealisierten antiken Landschaft. Ravel entwickelte dafür eine außergewöhnlich farbenreiche Klangsprache, in der schimmernde Streicher, fein abgestufte Holzbläser und rhythmische Impulse eine beinahe impressionistische Klangwelt entstehen lassen.
Aus der umfangreichen Ballettmusik stellte Ravel zwei Orchestersuiten zusammen, die auch unabhängig von der Bühnenhandlung zu seinen beliebtesten Werken zählen. Beide Suiten bilden den Rahmen des Neubrandenburger Konzerts und lassen die klanglichen Möglichkeiten des Orchesters in ihrer ganzen Vielfalt hervortreten.
Dazwischen widmet sich Maximilian Hornung den beiden Cellokonzerten von Camille Saint-Saëns. Der französische Komponist war selbst ein gefeierter Pianist und Organist, dessen Schaffen nahezu alle musikalischen Gattungen umfasste. Sein erstes Cellokonzert in a-Moll op. 33 entstand 1872 und gehört heute zum Kernrepertoire bedeutender Cellisten. Anders als die traditionelle dreisätzige Konzertform ist es als durchgehender musikalischer Verlauf gestaltet, in dem virtuose Passagen und lyrische Momente unmittelbar ineinandergreifen.
Das zweite Cellokonzert in d-Moll op. 119 entstand mehr als drei Jahrzehnte später. Es ist technisch besonders anspruchsvoll und stellt hohe Anforderungen an die Beweglichkeit, Ausdruckskraft und klangliche Gestaltung des Soloinstruments. Obwohl es seltener aufgeführt wird als sein Vorgänger, eröffnet es einen ebenso reizvollen Einblick in Saint-Saëns’ kompositorische Entwicklung.
Maximilian Hornung ist für seine intensive Auseinandersetzung mit dem klassischen und romantischen Cellorepertoire bekannt. Als Solist konzertiert er regelmäßig mit bedeutenden internationalen Orchestern und verbindet technische Souveränität mit einer differenzierten musikalischen Gestaltung.
Die Leitung übernimmt Generalmusikdirektor Daniel Geiss. Gemeinsam mit der Neubrandenburger Philharmonie entfaltet er einen Konzertabend, der die Eleganz, Virtuosität und außergewöhnliche Klangfarbenvielfalt der französischen Musik in den Mittelpunkt rückt.
4. Februar 2027






