Im Kunstkaten Ahrenshoop trifft Tradition auf lebendige Gegenwart. Als eines der ältesten Ausstellungshäuser Norddeutschlands prägt der Kunstkaten seit über einem Jahrhundert das kulturelle Leben des Ortes. Mit seinem markanten blauen Anstrich und der typischen Bauweise des Fischlands steht er sinnbildlich für die enge Verbindung von Architektur, Landschaft und Kunst. Die Galerie bietet ganzjährig ein wechselndes Ausstellungsprogramm. Natur, Landschaft, Meer und Mensch im Spiegel der Kunst ist dabei übergreifende Thema der Präsentationen. Arbeiten aus der über 130-jährigen Geschichte der Künstlerkolonie Ahrenshoop finden ebenso Beachtung, wie zeitgenössische Werke. Darüber hinaus finden ausstellungsbegleitende Vorträge und Lesungen statt.
Die Sonderausstellung Manfred Pietsch (1936–2015) – Küstenlinien widmet sich einem Künstler, dessen Werk von Experimentierfreude und großer stilistischer Vielfalt geprägt ist. Gezeigt werden Malerei, Grafik, Aquarelle und Collagen, die Pietschs intensive Auseinandersetzung mit Natur, Mensch und Raum sichtbar machen. Besonders eindrucksvoll sind seine Landschaftsdarstellungen von Fischland-Darß-Zingst und Hiddensee, in denen Licht, Wasser und Horizont in leuchtender Farbigkeit aufeinandertreffen. Pietsch, der nach seiner Vertreibung aus Schlesien in der Niederlausitz aufwuchs und später in Berlin lebte, fand über Umwege zur Kunst. Sein Weg führte ihn von einem Bauingenieurstudium hin zu einem künstlerischen Schaffen, das sich durch Offenheit gegenüber Materialien und Techniken auszeichnet. Seine Arbeiten verbinden Beobachtung mit Interpretation und schaffen so atmosphärische Bildräume, die weit über das rein Landschaftliche hinausgehen.
10. Mai bis 5. Juli 2026

Manfred Pietsch, Boddenlandschaft, Fischland, 1990, Aquarell © Jürgen Schneider
Die Künstlerkolonie Ahrenshoop
Vor mehr als 130 Jahren erblickte der Landschaftsmaler, Paul Müller-Kaempff, den Ort Ahrenshoop auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst das erste Mal und war tief beeindruckt von der Unberührtheit und Schönheit der Natur. Ihm folgten weitere Malerinnen und Maler, sie gründeten im Ostseebad Ahrenshoop eine Künstlerkolonie.
Die Geschichte der Künstlerkolonie Ahrenshoop ist heute im Kunstmuseum Ahrenshoop sichtbar und nachvollziehbar. Die Dauerausstellung zeigt, wie sich der Ort seit den Anfängen um 1889 vom Fischerdorf zur Künstlerkolonie und weiter zum Künstlerdorf entwickelte. Anhand von Gemälden, Zeichnungen und archivalischen Materialien werden die Arbeitsweisen und Motive jener Künstlerinnen und Künstler vorgestellt, die Ahrenshoop prägten. Dazu zählen Paul Müller-Kaempff, Anna Gerresheim, Elisabeth von Eicken und Friedrich Wachenhusen. Im Mittelpunkt steht die Landschaft als gemeinsamer Ausgangspunkt und der Alltag als Teil des künstlerischen Arbeitens.
Für Gäste des Kunstpfads ergänzt die Dauerausstellung die Wege durch den Ort um einen historischen Zusammenhang. Sie vertieft das Verständnis für das, was draußen in Landschaft, Dorf und Strand erfahrbar ist, und macht die Entwicklung der Künstlerkolonie als zusammenhängende Geschichte erlebbar. Heute steht Ahrenshoop nicht nur für eine regionale Kunstgeschichte, sondern für ein Kapitel europäischer Kulturgeschichte. Der Ort ist Mitglied im Netzwerk euroart, das bedeutende historische Künstlerkolonien und -dörfer in Europa verbindet.






