Zweihundert Jahre nach Ludwig van Beethovens Tod erklingt seine neunte Sinfonie im Rahmen der Berliner Festtage. Christian Thielemann dirigiert die Staatskapelle Berlin und den Staatsopernchor in einer Aufführung, die dem musikalischen Vermächtnis des Komponisten gewidmet ist.
Als Beethoven seine Sinfonie Nr. 9 in d-Moll op. 125 im Mai 1824 in Wien uraufführen ließ, hatte er die Grenzen der traditionellen Sinfonie weit hinter sich gelassen. Mit der Einbeziehung von vier Gesangssolisten und eines großen Chores im Finale schuf er eine bis dahin beispiellose Verbindung von Instrumental- und Vokalmusik. Friedrich Schillers „Ode an die Freude“ wurde zur Grundlage einer musikalischen Vision von Brüderlichkeit und menschlicher Gemeinschaft, die weit über die Entstehungszeit des Werkes hinauswirkt.
Der Weg zu diesem berühmten Finale ist von außergewöhnlicher musikalischer Dramatik geprägt. Bereits der erste Satz entwickelt aus geheimnisvollen, zunächst kaum greifbaren Klängen eine gewaltige sinfonische Architektur. Das rhythmisch unerbittliche Scherzo steht in deutlichem Kontrast zum weitgespannten Adagio, dessen innige Melodik zu den berührendsten Momenten der klassischen Musik gehört. Erst im letzten Satz tritt die menschliche Stimme hinzu und führt die Sinfonie zu ihrem monumentalen Höhepunkt.
Für Christian Thielemann besitzt das Werk eine besondere Bedeutung. Der Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden zählt zu den führenden Interpreten des deutsch-österreichischen Repertoires und beschäftigt sich seit Jahrzehnten intensiv mit Beethoven, Brahms, Bruckner und Wagner. Seine Aufführungen sind von einer ausgeprägten Aufmerksamkeit für orchestrale Klangfarben, musikalische Spannungsbögen und die großen formalen Zusammenhänge der Kompositionen geprägt.
Das Solistenquartett vereint die Sopranistin Julia Kleiter, die Mezzosopranistin Patricia Nolz, den Tenor Klaus Florian Vogt und den Bass René Pape. Gemeinsam mit dem Staatsopernchor und der Staatskapelle Berlin gestalten sie eine Aufführung, die zu den musikalischen Höhepunkten der Festtage 2027 zählt. Die Einstudierung des Chores übernimmt Dani Juris.
Beethovens neunte Sinfonie steht heute wie kaum ein anderes Werk für die verbindende Kraft der Musik. Dass sie ausgerechnet zum 200. Todestag des Komponisten unter der Leitung von Christian Thielemann in der Staatsoper Unter den Linden erklingt, verleiht diesem Festtage-Konzert eine besondere historische und künstlerische Bedeutung. Die Aufführung wird zudem im Fernsehen und Hörfunk übertragen und erreicht damit ein internationales Publikum.
28. März 2027






