Im März 2027 widmet sich Rudolf Buchbinder im Wiener Konzerthaus einem der bedeutendsten Kapitel der Klavierliteratur. Im Rahmen seines siebenteiligen Zyklus mit sämtlichen 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens präsentiert der österreichische Pianist einen Konzertabend, dessen Höhepunkt die monumentale „Hammerklaviersonate“ bildet. Das Projekt steht zugleich im Zeichen des 200. Todestages des Komponisten, der am 26. März 1827 in Wien verstarb.

Den Beginn des Abends bildet Beethovens Sonate in F-Dur op. 10 Nr. 2, ein Werk aus seiner frühen Schaffensperiode, das mit spielerischem Witz, überraschenden Wendungen und einer lebendigen musikalischen Sprache begeistert. Es folgt die zweisätzige Sonate in Fis-Dur op. 78, deren lyrischer Beginn und virtuoser zweiter Satz einen faszinierenden Einblick in Beethovens kompositorische Experimentierfreude ermöglichen.

Mit der Sonate in G-Dur op. 31 Nr. 1 steht anschließend ein weiteres Werk auf dem Programm, das durch seinen humorvollen Charakter und seine ungewöhnlichen rhythmischen Akzente besticht. Beethoven spielt hier bewusst mit den Erwartungen des Publikums und erweitert die traditionelle Sonatenform durch überraschende musikalische Ideen.

Den Höhepunkt bildet nach der Pause die Sonate in B-Dur op. 106, bekannt als „Hammerklaviersonate“. Das zwischen 1817 und 1818 entstandene Werk gehört zu den anspruchsvollsten Kompositionen der gesamten Klavierliteratur. Seine monumentalen Dimensionen, der tiefgründige langsame Satz und die abschließende große Fuge stellen höchste Anforderungen an die interpretatorischen und technischen Fähigkeiten des Pianisten.

Rudolf Buchbinder zählt seit Jahrzehnten zu den international bedeutendsten Beethoven-Interpreten. Den vollständigen Sonatenzyklus hat er im Laufe seiner Karriere bereits mehr als sechzig Mal aufgeführt. Seine intensive Beschäftigung mit den Originalpartituren und der musikalischen Gedankenwelt Beethovens prägt Interpretationen, die Werktreue mit künstlerischer Spontaneität verbinden. Im Großen Saal des Wiener Konzerthauses eröffnet sich damit die Gelegenheit, Beethovens Entwicklung vom jungen, experimentierfreudigen Komponisten bis zum visionären Meister seiner späten Schaffensperiode an einem einzigen Konzertabend nachzuvollziehen.
2. März 2027

concert hall.at