Vom 16. bis 18. Oktober 2026 wird Schwarzenberg im Bregenzerwald zum Treffpunkt außergewöhnlicher musikalischer Talente. Die :alpenarte verbindet internationale Konzertkunst mit regionaler Kultur, bildender Kunst und traditionellem Handwerk – und schafft damit einen Festivalraum, in dem Musik nicht nur erklingt, sondern mit allen Sinnen erlebt werden kann.

Es gibt Orte, an denen Musik besonders unmittelbar wirkt. Schwarzenberg ist so ein Ort. Eingebettet in die Landschaft des Bregenzerwaldes, zwischen Bergen, Wiesen und historischen Häusern, scheint hier alles ein wenig näher zusammenzurücken: Mensch und Natur, Tradition und Gegenwart, Kunst und Alltag. Genau hier findet die :alpenarte statt – ein Festival, das klassische Musik liebt, sich aber nicht auf sie beschränken möchte.
Im Mittelpunkt stehen herausragende junge Musikerinnen und Musiker aus Österreich und der internationalen Szene. Sie treffen auf etablierte Künstlerpersönlichkeiten, auf regionale Traditionen und auf ein Publikum, das neugierig geblieben ist. Der Angelika Kauffmann Saal wird dabei zum musikalischen Zentrum, doch die :alpenarte denkt größer: Konzertsaal, Kapelle und freie Wiese können gleichermaßen zur Bühne werden.
Hinter diesem Konzept steht Matthias Honeck, erster Stimmführer der zweiten Violinen der Wiener Symphoniker und künstlerischer Leiter der Wiener Streichersolisten. Als Intendant der :alpenarte setzt er gemeinsam mit seiner Schwester Anna Maria auf ein Programm, das musikalische Qualität mit Offenheit verbindet. Verschiedene Genres und Formate sollen Menschen jeden Alters ansprechen. Musikvermittlung und Schulprogramme gehören deshalb ebenso zum Festival wie bildende Kunst, Kulinarik und Handwerkskunst.

Philipp Schupelius © Rüdiger Schestag

Philipp Schupelius © Rüdiger Schestag

Der Auftakt am 16. Oktober steht ganz im Zeichen junger musikalischer Stimmen. Der aus Vorarlberg stammende Pianist Tobias Jacob gehört zu den bemerkenswerten Nachwuchstalenten Österreichs. Er begann erst mit 13 Jahren Klavier zu spielen und wurde kurze Zeit später an der Stella Musikhochschule aufgenommen. Heute studiert er in Wien und konzertiert bereits als Solist mit Orchestern in Österreich und Italien. Gemeinsam mit dem Cellisten Philipp Schupelius und dem Perkussionisten Leon Lorenz zeigt sich anschließend, wie aufregend musikalische Grenzen verschwimmen können. Klassische Kompositionen begegnen Jazz und Musical, Virtuosität trifft Spielfreude.
Am nächsten Tag wird es kammermusikalisch und zugleich international. Das Stretton Quartett bringt vier außergewöhnliche Musikerinnen und Musiker zusammen: Elli Choi, Michael Shaham, Noga Shaham und Arne Zeller. Ihre Interpretationen verbinden technische Brillanz mit einem reifen, ausdrucksstarken Ensembleklang. Ein besonderer Moment des Festivals ist die Uraufführung eines eigens für die :alpenarte komponierten Werkes von Haram Kim. Der südkoreanische Geiger und Komponist verbindet klassische Tradition mit zeitgenössischen Klangsprachen – ein musikalischer Blick nach vorn.
Doch die :alpenarte will ihr Publikum nicht ausschließlich im Konzertsaal erreichen. Am 18. Oktober wird beim musikalischen Dorfspaziergang ganz Schwarzenberg zur Bühne. Vom Kirchplatz aus führt der Weg zu mehreren musikalischen Stationen. Stimmen, Streicher, Gitarre, Kontrabass, Horn, Alphorn und Posaune schaffen einen klingenden Parcours durch den Ort. Mit dabei sind unter anderem Evelyn Fink-Mennel und die Brass Divas. Musik begegnet hier dem Alltag – überraschend, unmittelbar und mitten im Dorf.

Elli Choi © Elli Choi

Elli Choi © Elli Choi

Für einen weiteren Höhepunkt sorgt Martynas Levickis. Der litauische Akkordeonist zählt zu den führenden Virtuosen seiner Generation und hat seinem Instrument längst neue musikalische Räume eröffnet. Mit dem von ihm gegründeten Mikroorkéstra verbindet er junge litauische Musikerinnen und Musiker zu einem Ensemble, das von Barock und Klassik bis zu Tango Nuevo und zeitgenössischen Bearbeitungen reicht. Das Akkordeon wird dabei vom vermeintlichen Randinstrument zum klanglichen Mittelpunkt.
Und noch eine andere Form von Musikgeschichte wird bei der :alpenarte sichtbar. Die Ausstellung „Der Werdegang einer Violine“ des renommierten Geigenbauers Martin Schleske erzählt von der Entstehung eines Instruments – vom gewachsenen Holz bis zur fertigen Konzertvioline. Traditionelles Handwerk trifft auf wissenschaftliche Präzision und die Suche nach jenem besonderen Moment, in dem Material zu Klang wird.
So ist die :alpenarte mehr als ein Festivalprogramm. Sie ist ein Ort der Begegnung und des Entdeckens. Hier treffen junge Talente auf internationale Erfahrung, klassische Musik auf neue Klangwelten, Konzertsaal auf Dorfplatz und Kunst auf Handwerk. Die besondere Atmosphäre entsteht dabei nicht zuletzt durch die Landschaft des Bregenzerwaldes, die dem Festival seinen unverwechselbaren Rahmen gibt.
Die :alpenarte lädt dazu ein, Musik neu zu erleben: offen, neugierig und ohne Berührungsängste. Drei Tage lang wird Schwarzenberg zu einem Ort, an dem Klänge durch Räume wandern, Grenzen zwischen Genres verschwimmen und aus einzelnen Konzerten ein gemeinsames Erlebnis entsteht.
16. bis 18. Oktober 2026
https://alpenarte.eu

Arne Zeller © Stretton Society

Arne Zeller © Stretton Society