Johann Sebastian Bach verbrachte in Köthen seine glücklichsten und zugleich produktivsten Jahre. Bis heute ist die Stadt eng mit seinem musikalischen Erbe verbunden. Die Köthener Bachfesttage knüpfen daran an – und zeigen vom 28. August bis 6. September 2026 eindrucksvoll, dass Bachs Musik weit mehr ist als historische Tradition: Sie schafft Gemeinschaft.

Wenn sich Ende August die Bachstadt Köthen (Anhalt) in eine klingende Bühne verwandelt, begegnen sich internationale Solistinnen und Solisten, renommierte Ensembles, Menschen aus der Region und Gäste aus aller Welt auf ganz besondere Weise. Die Köthener Bachfesttage haben sich längst einen Namen als Festival gemacht, das musikalische Exzellenz mit persönlicher Nähe verbindet. Herzliche Gastfreundschaft, kurze Wege und eine familiäre Atmosphäre gehören ebenso dazu wie hochkarätige Konzerte.
Unter der künstlerischen Leitung von Folkert Uhde steht die Ausgabe 2026 ganz im Zeichen der Gemeinschaft. Rund 40 Veranstaltungen laden dazu ein, Bach neu zu entdecken – nicht nur als genialen Komponisten, sondern als Inspiration für ein Miteinander, in dem jede Stimme zählt. Konzerte, Gespräche, Installationen und partizipative Projekte öffnen neue Perspektiven auf sein Werk und schlagen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Den festlichen Auftakt bildet am 2. September das Eröffnungskonzert in der Kirche St. Agnus. Unter dem Titel „Über die Gemeinschaft“ gestalten die Sopranistin Miriam Feuersinger und das Köthener BachCollektiv ein Programm, das die Balance zwischen virtuoser Individualität und gemeinschaftlichem Musizieren eindrucksvoll hörbar macht. Das Ensemble zählt zu den international führenden Spezialisten historischer Bach-Interpretation und prägt das Festival seit vielen Jahren maßgeblich.

© Köthener Bachtage

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Zu den weiteren Höhepunkten gehört der dreiteilige Cello-Zyklus mit Jean-Guihen Queyras, der Bachs berühmte Solosuiten an authentischen Köthener Wirkungsstätten interpretiert. Mit dem Ensemble Continuum verbindet das Konzert „Was frag ich nach der Welt?“ Musik Bachs mit einer Komposition der Pulitzer-Preisträgerin Caroline Shaw und schafft so einen spannenden Dialog zwischen Barock und Gegenwart. Auch das moderierte Konzert „Bach vs. Händel“ verspricht ebenso kenntnisreiche wie unterhaltsame musikalische Begegnungen.
Besondere Akzente setzt das Festival mit Projekten, die tief in der Region verwurzelt sind. Bei „Sing Bach!“ stehen rund 200 Köthener Grundschulkinder gemeinsam mit professionellen Musikerinnen und Musikern auf der Bühne und machen erlebbar, dass Musik Menschen unabhängig von Alter und Herkunft zusammenführen kann. Weitere Mitmachangebote, kostenlose Veranstaltungen und Live-Übertragungen im Schlosspark unterstreichen den offenen Charakter des Festivals.
Historisch ist Köthen ein besonderer Ort. Zwischen 1717 und 1723 wirkte Johann Sebastian Bach hier als Hofkapellmeister und schuf zahlreiche Meisterwerke, darunter Teile der Brandenburgischen Konzerte sowie bedeutende Instrumentalwerke. Dieses kulturelle Erbe bildet bis heute das Fundament der Bachfesttage. Gleichzeitig richtet das Festival den Blick nach vorn: Historische Aufführungspraxis begegnet innovativen Konzertformaten, internationale Spitzenkünstler treffen auf lokale Initiativen und musikalische Experimente.
So werden die Köthener Bachfesttage weit mehr als eine Hommage an einen der größten Komponisten der Musikgeschichte. Sie sind ein lebendiges Fest der Begegnung – offen, inspirierend und getragen von der Überzeugung, dass Musik Menschen verbindet.
28. August bis 6. September 2026
www.bachfesttage.de

© Köthener Bachtage

Historische Kostüme und barockes Flair bereichern das Publikum und die Konzerte in Köthen © Köthener Bachtage