Die Sonderausstellung „Im Zeichen von Zirkel und Winkelmaß“ im Kulturhistorischen Museum Magdeburg widmet sich der Freimaurerei als festem Bestandteil der Stadtgeschichte und rückt ein oft missverstandenes Thema in einen neuen Kontext.

Ausgehend vom 200-jährigen Jubiläum der Magdeburger Freimaurerloge Harpokrates zeichnet die Ausstellung die Entwicklung der Freimaurerei in Magdeburg von ihren Anfängen bis in die Gegenwart nach. Dabei wird deutlich, dass sie über Generationen hinweg nicht im Verborgenen existierte, sondern eng mit dem bürgerlichen Leben der Stadt verbunden war. Mitglieder der Logen engagierten sich in Wirtschaft, Militär, Bildung und Wohltätigkeit und prägten die gesellschaftliche Entwicklung Magdeburgs nachhaltig.

Die Ausstellung folgt dabei zwei sich ergänzenden Perspektiven: Ein chronologischer Rundgang führt durch die historische Entwicklung – von der Gründung über Phasen der Blüte bis hin zu Verfolgung und Verbot sowie dem Neubeginn nach 1990. Parallel dazu eröffnet ein thematischer Zugang Einblicke in Symbolik, Rituale und Werte der Freimaurerei und macht deren Selbstverständnis und Traditionen nachvollziehbar.

Gezeigt werden Objekte aus der Sammlung des Museums sowie zahlreiche Leihgaben, die das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten und in größere gesellschaftliche und kulturelle Zusammenhänge einordnen. So entsteht ein differenziertes Bild einer Gemeinschaft, die lange Zeit von Mythen umgeben war, tatsächlich jedoch tief in der Stadtgesellschaft verankert ist.

Die Ausstellung versteht sich dabei auch als Einladung zur Auseinandersetzung: Sie schafft Zugänge zu einem oft mit Vorurteilen belegten Thema und eröffnet neue Perspektiven auf einen bislang wenig sichtbaren Teil der Magdeburger Geschichte. Begleitende Führungen und Veranstaltungen vertiefen die Inhalte und ermöglichen einen direkten Austausch mit dem Thema.
23. April bis 25. Oktober 2026

www.khm-magdeburg.de