Franz Liszt war ein Künstler, der sich nicht mit Grenzen zufriedengab. Er war Pianist, Komponist, Dirigent, Visionär – und ein Europäer, lange bevor dieser Begriff selbstverständlich wurde. Im Liszt Zentrum Raiding, unmittelbar neben seinem Geburtshaus, lebt dieser Geist bis heute weiter. Die Saison 2026/27 führt von Liszt und Wagner über Haydn und Mozart bis zu Jazz, Brass und Familienkonzerten. Ein Programm zwischen Tradition und Aufbruch – ganz im Sinne jenes Mannes, der die Musik seiner Zeit immer wieder neu erfand.
Man muss nicht lange suchen, um Franz Liszt in Raiding zu begegnen. Sein Geburtshaus steht mitten im Ort. Nur wenige Schritte entfernt öffnet sich der moderne Konzertsaal des Liszt Zentrums. Hier treffen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander – und genau darin liegt die besondere Qualität dieses Ortes. Denn Liszt selbst war ein Grenzgänger: zwischen Ländern und Kulturen, zwischen Virtuosität und Komposition, zwischen Konzertsaal und gesellschaftlichem Leben. Er suchte nicht die Sicherheit des Bekannten, sondern die Erweiterung des Möglichen.
Seit 2006 ist das Liszt Zentrum Raiding diesem Gedanken verpflichtet. Unter der künstlerischen Leitung von Eduard und Johannes Kutrowatz hat sich der Konzertsaal zu einer international beachteten Spielstätte entwickelt. Das renommierte Liszt Festival bildet dabei das Herzstück, längst ergänzt durch die Barock Haydn Tage, das Brass Fest, die Sommer Konzerte und das Familien Konzert. Neu hinzu kommt in der Saison 2026/27 der „Treffpunkt Liszt Salon“ im neu gestalteten Liszt Museum.
Auch das Museum selbst hat eine neue Dimension erhalten. Seit Mai 2025 lädt die Dauerausstellung „Das Konzert bin ich – Le Concert c’est moi“ dazu ein, Liszt als Mensch, Musiker und Mythos neu zu entdecken. Damit ist Raiding heute ein ganzjähriger Kulturort, an dem sich die historische Figur Franz Liszt und seine bis heute erstaunlich moderne Ideenwelt begegnen.
Wer das Liszt Zentrum Raiding betritt, begegnet Franz Liszt auf besondere Weise. Sein Geburtshaus liegt nur wenige Schritte entfernt, doch der Blick richtet sich nicht allein zurück. Seit der Eröffnung 2006 steht der moderne Konzertsaal für jene Haltung, die Liszt selbst verkörperte: Offenheit, Erneuerung und die Lust, musikalische Grenzen zu überschreiten.
Unter der Leitung von Eduard und Johannes Kutrowatz wurde Raiding zu einer international beachteten Spielstätte. Neben dem Liszt Festival gehören heute die Barock Haydn Tage, das Brass Fest, die Sommer Konzerte und das Familien Konzert zum Jahresprogramm. Seit 2025 ergänzt das neu gestaltete Liszt Museum mit der Dauerausstellung „Das Konzert bin ich – Le Concert c’est moi“ den ganzjährigen Kulturbetrieb.

Lidia Baich (links), Donka Angatscheva © Goran Andric, Petra Kamenar und Andre Chagall
Den Auftakt der neuen Saison bildet das Liszt Festival vom 16. bis 25. Oktober 2026. Zum 20-jährigen Bestehen des Liszt Zentrums richtet sich der Blick unter anderem auf das spannungsvolle Verhältnis zwischen Franz Liszt und Richard Wagner. Die Verbindung der beiden war geprägt von Bewunderung, Nähe und künstlerischen Differenzen – Stoff genug für eine musikalische Spurensuche. Mit dem Wiener Kammerorchester unter Martin Sieghart, der Artist in Residence Kateryna Titova, Martin Ivanov, Sofya Gulyak, Lidia Baich und Donka Angatscheva, dem Ensemble Minui & Christina Scherrer, dem Paganini Ensemble Wien und dem Orchester Wiener Akademie unter Martin Haselböck versammelt das Festival zahlreiche prominente Stimmen.
Eine besondere Ergänzung bildet der neue „Treffpunkt Liszt Salon“. Im historischen Ambiente des neu gestalteten Museums werden am 10. und 15. Oktober sowie am 7. November 2026 Konzert und Gespräch miteinander verbunden. Zu erleben sind unter anderem Eduard Kutrowatz mit Liedern und Klavierwerken Liszts sowie der Uraufführung des Liederzyklus „Herbstreise“, Startenor und Maler Herbert Lippert und ein Vortrag von Nike Wagner, Urenkelin Richard Wagners und Ururenkelin Franz Liszts. Auch die ambivalente Beziehung von Wagner und Liszt wird mit Kateryna Titova und dem Direktor des Wagner Museums Bayreuth, Sven Friedrich, beleuchtet.

Familien Konzert © KBB / Elisabeth Wagner
Im Dezember zeigt sich das Liszt Zentrum von seiner heiteren Seite. Beim Familien Konzert am 12. Dezember wird Camille Saint-Saëns’ „Karneval der Tiere“ zur musikalischen Manege. Das Klavierduo Ania und Sophie Druml, Andreas Vitásek, ein ausgewähltes Solistenensemble und Verena Stourzh bringen Löwen, Schwäne und andere tierische Protagonisten zum Klingen. Loriots Texte sorgen für zusätzlichen Humor. Ein Konzert für mehrere Generationen – und ein schönes Beispiel dafür, dass musikalische Vermittlung auch mit Witz und Spielfreude funktionieren kann.
Im März 2027 folgt mit den Barock Haydn Tagen ein weiterer Höhepunkt. Händels „Messias“ erklingt mit dem Barucco Vokalensemble und Orchester unter Heinz Ferlesch, das Minetti Quartett widmet sich Haydns „Sonnenaufgang“ und „Kaiserquartett“, während das Wiener Kammerorchester unter Jan Willem de Vriend ein reines Haydn-Programm präsentiert. Kateryna Titova führt in ihrer Klaviermatinee Scarlatti und Haydn in einen spannungsvollen Dialog. Wieder geht es um musikalische Entwicklung, um Aufbruch und jene Experimentierfreude, die auch Liszt auszeichnete.

Benjamin Schmid Jazz Quartett © Lienbacher, Mati Machner
Im April wird es beim Brass Fest kraftvoll und überraschend vielseitig. Die Militärmusik Burgenland feiert ihr 70-jähriges Bestehen, die Vienna Brass Connection verwandelt den Konzertsaal mit Filmmusik in einen Kinosaal, die Woodstock Musikanten unter Matthias Schorn stehen für authentische Blasmusik und Federspiel verbindet Tradition mit musikalischer Erneuerung. Vier unterschiedliche Zugänge, eine gemeinsame Energie: Musik darf Grenzen überschreiten.
Den sommerlichen Schlusspunkt setzen vom 10. bis 13. Juni 2027 die Sommer Konzerte. Die Ehrphilharmonie Wien gastiert erstmals in Raiding mit einer Mozart-Gala unter Andrea Götsch, die zugleich dirigiert und Mozarts Klarinettenkonzert interpretiert. Kateryna Titova spielt Mozarts Klavierkonzert KV 467. Benjamin Schmid und Diknu Schneeberger widmen sich den Jazzlegenden Stéphane Grappelli und Django Reinhardt. Dazu kommen Franz Posch und seine Innbrüggler mit „Tafelspitz & Rehragout“ sowie Philharmonic Five mit Wiener Klangwelten von Strauss, Kreisler und Liszt.
So erzählt die Saison 2026/27 letztlich dieselbe Geschichte wie der Ort selbst: Musik ist dann besonders lebendig, wenn sie sich bewegt. Wenn sie Altes nicht einfach bewahrt, sondern neu befragt. Franz Liszt hätte daran vermutlich seine Freude gehabt. Denn auch für ihn war Kunst kein abgeschlossenes System, sondern ein Raum ohne feste Grenzen. In Raiding wird dieser Gedanke hörbar – Konzert für Konzert.
Liszt Festival | 16. bis 25. Oktober 2026
Treffpunkt Liszt Salon | 10. Oktober, 15. Oktober & 7. November 2026
Familien Konzert | 12. Dezember 2026
Barock Haydn Tage | 12. bis 14. März 2027
Brass Fest | 22. bis 25. April 2027
Sommer Konzerte | 10. bis 13. Juni 2027

Die Intendanten Eduard und Johannes Kutrowatz © Reinhard Gombas





