Mit der Geigerin Antje Weithaas und dem Pianisten Dénes Várjon begrüßt die Oberrhein-Konzertreihe zwei international renommierte Kammermusiker. Gemeinsam präsentieren sie einen Sonatenabend mit Werken von Johannes Brahms, Ludwig van Beethoven und Robert Gund.

Im Mittelpunkt steht die intensive musikalische Zusammenarbeit der beiden Künstler, die seit vielen Jahren regelmäßig gemeinsam konzertieren. Antje Weithaas gehört zu den bedeutenden Geigerinnen ihrer Generation und wurde 2025 mit dem Opus Klassik ausgezeichnet. Gemeinsam mit Dénes Várjon erhielt sie bereits 2024 den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik für ihre Einspielung sämtlicher Violinsonaten Ludwig van Beethovens. Ihre Interpretationen zeichnen sich durch eine besondere musikalische Ausdruckskraft und einen fein abgestimmten Dialog zwischen Violine und Klavier aus.

Mit Ludwig van Beethovens Sonate für Violine und Klavier in a-Moll op. 23 steht ein Werk aus der frühen Schaffensperiode des Komponisten auf dem Programm. Die 1801 veröffentlichte Sonate verbindet eine leidenschaftliche musikalische Sprache mit einer lebendigen rhythmischen Gestaltung. Bereits hier zeigt sich Beethovens Bestreben, die Violine und das Klavier als gleichberechtigte Partner zu behandeln und die traditionelle Sonatenform um neue expressive Möglichkeiten zu erweitern.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Violinsonaten von Johannes Brahms. Seine erste Sonate in G-Dur op. 78, häufig als „Regenliedsonate“ bezeichnet, gehört zu den besonders lyrischen Werken des romantischen Kammermusikrepertoires. Brahms verbindet darin weitgespannte Melodien mit einer feinfühligen musikalischen Gestaltung. Ergänzt wird das Programm durch die Sonate in d-Moll op. 108, die mit ihren leidenschaftlichen Kontrasten und virtuosen Passagen zu den anspruchsvollsten Werken dieser Gattung zählt.

Eine besondere Entdeckung bietet die Violinsonate Nr. 2 in a-Moll op. 44 von Robert Gund. Der heute nur selten gespielte Komponist steht für eine spätromantische Klangsprache, deren Ausdruckskraft und melodischer Reichtum einen reizvollen Kontrast zu den bekannten Werken Beethovens und Brahms’ bilden. Mit diesem abwechslungsreichen Programm eröffnen Antje Weithaas und Dénes Várjon neue Perspektiven auf die Entwicklung der Violinsonate und gestalten einen Kammermusikabend zwischen vertrauten Meisterwerken und musikalischer Wiederentdeckung.
16. Januar 2027

www.offenburg.de