Mit Nico Dostals „Clivia“ bringt das Staatstheater Braunschweig im Oktober 2026 eine Operette auf die Bühne, die nach jahrzehntelanger Vergessenheit wieder zunehmend ihren Platz im Repertoire findet. Sinfonische Klangfülle, schmissige Tanzrhythmen und große Gefühle treffen auf eine turbulente Geschichte voller Verwechslungen, politischer Intrigen und einer Scheinehe, die sich überraschend entwickelt.

Schauplatz ist der fiktive südamerikanische Staat Boliguay. Dort verfolgt der korrupte amerikanische Geschäftsmann E. W. Potterton seine ganz eigenen Interessen. Um seine Machenschaften zu tarnen, soll ein Filmprojekt entstehen. Doch für die notwendigen Dreharbeiten benötigt das Team eine Genehmigung.
Eine Lösung scheint schnell gefunden: Filmstar Clivia Gray soll zum Schein einen einheimischen Gaucho heiraten und damit den Weg für die Dreharbeiten freimachen. Was zunächst wie eine reine Zweckverbindung erscheint, entwickelt sich jedoch ganz anders als geplant.

Denn hinter dem vermeintlich einfachen Gaucho Juan Damigo verbirgt sich niemand Geringerer als der Staatspräsident von Boliguay. Nach einem politischen Umsturz muss er sich vor den Putschisten verstecken und hat deshalb eine neue Identität angenommen. Als Clivia und Juan aufeinandertreffen, geraten politische Interessen, falsche Identitäten und echte Gefühle zunehmend durcheinander.

Nico Dostal verbindet diese Geschichte mit einer Musik, in der große Operettentradition auf die populären Tanzrhythmen der Entstehungszeit trifft. „Clivia“ wurde am 23. Dezember 1933 in Berlin uraufgeführt und entwickelte sich zunächst zu einem großen Erfolg. Zu den bekanntesten Nummern gehört „Man spricht heut nur noch von Clivia“, das zum musikalischen Markenzeichen des Werks wurde.

Das Libretto stammt von Charles Amberg, der zuvor unter anderem mit Schlagertexten wie „Wochenend und Sonnenschein“ bekannt geworden war. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurden seine Werke während des Nationalsozialismus jedoch verbannt. Auch „Clivia“ verschwand über lange Zeit weitgehend von den Bühnen und wurde erst seit den 1990er-Jahren wieder verstärkt entdeckt.

Am Staatstheater Braunschweig übernimmt Alexander Balga die Regie. Bekannt für energiegeladene und visuell starke Musical- und Musiktheaterinszenierungen, bringt er Dostals Operette nun auf die Bühne des Großen Hauses. Die musikalische Leitung liegt bei Alexander Sinan Binder, die Bühne gestaltet Matthias Kronfuss, die Kostüme stammen von Aleksandra Kica und für die Choreografie zeichnet Natalie Holtom verantwortlich.

In der Titelpartie ist Milda Tubelytė als Clivia Gray zu erleben, Marius Pallesen übernimmt Juan Damigo. So wird „Clivia“ zu einer musikalischen Wiederentdeckung zwischen Filmwelt und politischer Intrige, Scheinehe und echter Liebe – getragen von jener Mischung aus großer Operettengeste und eingängigen Tanzrhythmen, die das Werk bereits bei seiner Uraufführung zum Erfolg machte.
Premiere 10. Oktober 2026
weitere Aufführungen: 16., 25. und 31. Oktober, 8., 13. und 20. November, 5., 11., 16. und 25. Dezember 2026 sowie 9. und 31. Januar und 5. Februar 2027

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