Richard Strauss’ Meisterwerk kehrt in einer faszinierenden Inszenierung von Barrie Kosky an die Wiener Staatsoper zurück.

Ein wenig Chaos, grosse Gefühle und eine überraschende Wendung: Im Palais des reichsten Mannes von Wien laufen die Vorbereitungen für einen aussergewöhnlichen Opernabend. Zwei völlig unterschiedliche Künstlergruppen sollen auftreten – eine ernste Operntruppe mit «Ariadne auf Naxos» und eine heitere Commedia-dell’arte-Gesellschaft rund um die selbstbewusste Zerbinetta. Doch dann kommt alles anders: Aus Zeitgründen sollen beide Aufführungen gleichzeitig stattfinden. Was zunächst wie eine künstlerische Katastrophe erscheint, entwickelt sich zu einem faszinierenden Spiel zwischen Tragik, Komik und Lebensfreude.

Barrie Kosky © Wiener Staatsoper

Barrie Kosky © Wiener Staatsoper

Mit Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos” präsentiert die Wiener Staatsoper ab 22. November 2026 ein Meisterwerk, das die Grenzen zwischen grosser Oper und leichter Unterhaltung auf einzigartige Weise verschwimmen lässt. Regisseur Barrie Kosky verlegt das Geschehen in die Wiener Villa Beer um 1900. In diesem grossbürgerlichen Ambiente begegnen sich Künstler, Opern- und Operettenwelt – eine Gesellschaft, in der Unterhaltung und Kunstgenuss eng miteinander verbunden sind.
Im Zentrum stehen zwei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Ariadne, die an einer einzigen, absoluten Liebe festhält und nach dem Verlust ihres Geliebten in tiefer Trauer versinkt, und Zerbinetta, die das Leben mit Leichtigkeit nimmt und sich immer wieder neu verlieben kann. Zwischen diesen beiden Lebensentwürfen entfaltet sich ein spannungsreiches Spiel über Treue, Freiheit und die Kraft, sich dem Leben immer wieder neu zu stellen. Mit Bacchus tritt schliesslich eine Figur auf, die beide Welten miteinander verbindet.
Kosky inszeniert diesen Gegensatz mit viel Gespür für die feinen Übergänge zwischen Pathos und Humor. Gerade darin liegt die besondere Faszination des Werkes: Das Tragische und das Komische stehen nicht einfach nebeneinander, sondern befruchten und verwandeln sich gegenseitig.

Kate Lindsey und Golda Schultz © Wiener Staatsoper

Kate Lindsey und Golda Schultz © Wiener Staatsoper

Musikalisch sorgt Richard Strauss für ein aussergewöhnliches Erlebnis. Seine Partitur verbindet intime, beinahe kammermusikalische Momente mit grossen, leidenschaftlichen Klangbögen. Die musikalische Leitung übernimmt Franz Welser-Möst. In den Hauptrollen sind Kate Lindsey als Komponist, Daniel Behle als Bacchus und Golda Schultz als Primadonna und Ariadne zu erleben.
„Ariadne auf Naxos” ist weit mehr als eine Oper über eine unglückliche Liebe. Das Werk erzählt auch von künstlerischen Idealen, Kompromissen und der ewigen Suche nach dem richtigen Ausdruck. Ein ebenso kluger wie unterhaltsamer Opernabend, der zeigt, dass grosse Gefühle und ein Augenzwinkern durchaus zusammengehören.
Premiere: 22. November 2026
Folgetermine: 25. und 28. November; 1. und 5. Dezember 2026; 17., 21. und 24. April 2027
www.wiener-staatsoper.at

Daniel Behle © Wiener Staatsoper

Daniel Behle © Wiener Staatsoper