Mit „glückliche menschen“ bringt das Theater Altenburg im März 2027 ein zeitgenössisches Schauspiel der rumänischen Dramatikerin Elise Wilk auf die Bühne des Heizhauses. Das im Auftrag des Theaters Altenburg Gera entstandene Stück beschäftigt sich mit sozialen Ungleichheiten, gesellschaftlichen Privilegien und der Frage, wie viel Verantwortung Menschen für Lebensumstände übernehmen können, die weit außerhalb ihrer eigenen Erfahrungswelt liegen.
Ausgangspunkt der Handlung ist ein rätselhafter Todesfall. In einem Wald nahe einer abgelegenen Armensiedlung wird eine Leiche entdeckt. Doch hinter dem Verbrechen verbirgt sich eine Geschichte, die weit über die Suche nach einem Täter hinausgeht und unterschiedliche gesellschaftliche Lebensrealitäten miteinander verbindet.
Wenige Monate zuvor geraten die erfolgreiche Schriftstellerin Vera und ihre Lebensgefährtin Lara in den Mittelpunkt einer öffentlichen Empörungswelle. Ein in sozialen Medien veröffentlichtes Foto ihres luxuriösen Wohnzimmers löst heftige Kritik aus. Besonders ein darin sichtbares Bild zweier Kinder in bitterer Armut sorgt für Vorwürfe und Diskussionen über die gesellschaftliche Haltung des wohlhabenden Paares.
Um den drohenden Imageschaden abzuwenden, beschließt Vera, sich sozial zu engagieren. Sie begegnet dem Jugendlichen Adi, der an einem Bahnhof bettelt, und beginnt, ihn und seine Familie zu unterstützen. Die Familie lebt in jener Armensiedlung, die für Vera bislang eine weitgehend unbekannte Welt darstellte. Sie sammelt Spenden und versucht, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Doch schon bald wird deutlich, dass gut gemeinte Hilfe allein nicht ausreicht, um tief verwurzelte gesellschaftliche Probleme zu lösen.
Als Vera zunehmend an ihren eigenen Möglichkeiten zweifelt, übernimmt Lara die Initiative. Die Begegnungen zwischen den unterschiedlichen Figuren entwickeln sich zu einem vielschichtigen Geflecht aus Erwartungen, Missverständnissen und persönlichen Interessen. Dabei stellt das Stück auch die Frage, ob soziales Engagement tatsächlich uneigennützig sein kann, wenn es zugleich der eigenen gesellschaftlichen Anerkennung dient.
Elise Wilk, geboren 1981, gehört zu den wichtigen Stimmen der zeitgenössischen rumänischen Dramatik. In „glückliche menschen“ verbindet sie gesellschaftskritische Beobachtungen mit Empathie und einem bisweilen schrägen Humor. Die Figuren stehen stellvertretend für unterschiedliche Perspektiven auf Armut, Wohlstand und persönliche Verantwortung, ohne dass das Stück einfache Antworten vorgibt.
Am Theater Altenburg übernimmt Charlotte Sofia Garraway die Inszenierung. Bühne und Kostüme gestaltet Mayan Tuulia Frank, die Dramaturgie liegt bei Dr. Sophie Oldenstein. Zum Ensemble gehören Marie-Luis Kießling, Ines Buchmann, Manuel Struffolino, Antonia Marie Waßmund und Josa Leonard Butschkau. Gemeinsam bringen sie eine Geschichte auf die Bühne, die gesellschaftliche Gegensätze sichtbar macht und das Publikum dazu einlädt, die eigenen Vorstellungen von Hilfsbereitschaft, Privilegien und Gerechtigkeit zu hinterfragen.
Premiere in Altenburg 7. März
weitere Aufführungen: 12., 18. und 20. März 2027

