Mit Nikolai Rimski-Korsakows „Die Zarenbraut“ bringt das Theater Magdeburg im Januar 2027 ein selten gespieltes Meisterwerk der russischen Opernliteratur auf die Bühne. Vor dem Hintergrund der Herrschaft Iwans des Schrecklichen entfaltet sich ein dramatisches Geflecht aus unerfüllter Liebe, Eifersucht und politischer Willkür, in dem persönliche Gefühle zunehmend zum Spielball gesellschaftlicher Machtverhältnisse werden.

Im Mittelpunkt steht die junge Kaufmannstochter Marfa Sobakina. Sie liebt den Bojaren Iwan Lykow, und beide hoffen auf eine gemeinsame Zukunft. Doch ihre Beziehung wird von mächtigen Gegenspielern bedroht. Grigori Grjasnoi, Mitglied einer gefürchteten zaristischen Sondereinheit, hat sich ebenfalls in Marfa verliebt. Um sie für sich zu gewinnen, ist er bereit, seine bisherige Geliebte Ljubascha zu verlassen und zu skrupellosen Mitteln zu greifen.

Ljubascha wiederum kann den Verlust ihres Geliebten nicht akzeptieren. Von Eifersucht und Verzweiflung getrieben, versucht sie, ihre vermeintliche Rivalin auszuschalten. Während persönliche Intrigen die Beziehungen der Figuren zunehmend vergiften, tritt eine weitere Macht in Erscheinung: Zar Iwan IV. hat Marfa als mögliche zukünftige Ehefrau ausgewählt. Damit wird die junge Frau endgültig zum Gegenstand von Entscheidungen, über die sie selbst kaum bestimmen kann.

Die unterschiedlichen Interessen und Leidenschaften der Beteiligten führen schließlich zu einer Katastrophe. Liebe verwandelt sich in Besitzdenken, Eifersucht in zerstörerischen Hass und die Hoffnung auf persönliches Glück scheitert an einer Gesellschaft, in der politische Macht und individuelle Freiheit unvereinbar erscheinen.

Nikolai Rimski-Korsakow komponierte „Die Zarenbraut“ 1898 nach einem Schauspiel von Lew Mei. Die Oper wurde 1899 in Moskau uraufgeführt und zählt zu den bedeutenden Werken des russischen Komponisten. Anders als in seinen stärker märchenhaft geprägten Opern konzentriert sich Rimski-Korsakow hier auf ein psychologisches Drama. Besonders die ausdrucksstarken Gesangslinien und das dichte Zusammenspiel der Figuren verleihen dem Werk seine musikalische Intensität.

Für die Magdeburger Neuproduktion übernimmt Intendant Julien Chavaz die Regie und gestaltet gemeinsam mit Mariia Bokovnia auch das Bühnenbild. Die Kostüme stammen von Hannah Rosa Oellinger, das Lichtdesign von Eloi Gianini. Julian Gaudiano steht am Pult der Magdeburgischen Philharmonie. Anna Malesza-Kutny singt Marfa, Mingyu Ahn übernimmt die Partie des Grjasnoi, Aleksandr Nesterenko ist als Lykow und Aytaj Shikhalizada als Ljubascha zu erleben. Gemeinsam mit dem Opernchor des Theaters Magdeburg entsteht ein Opernabend über die zerstörerische Verbindung von Liebe und Macht.
Premiere 23. Januar 2027
weitere Aufführungen: 30. Januar, 5. und 28. Februar sowie 4., 11. und 25. April 2027

www.theater-magdeburg.de