Stille, Bewegung und existenzielle Gefühle prägen das fünfte Philharmonische Konzert der Bergischen Symphoniker. Der Cellist Andrei Ioniță interpretiert Anna Clynes „DANCE“, während Tschaikowskys sechste Sinfonie den Abend zu einem bewegenden Abschluss führt.
Arvo Pärts „Fratres“ eröffnet das Programm mit einer musikalischen Sprache, die sich bewusst auf wenige grundlegende Elemente konzentriert. Der estnische Komponist entwickelte in den 1970er-Jahren seinen sogenannten Tintinnabuli-Stil, dessen klare Strukturen und glockenartige Klänge eine eigentümliche meditative Wirkung entfalten. „Fratres“ existiert in verschiedenen Instrumentierungen und gehört zu seinen bekanntesten Werken. In Solingen erklingt die Fassung für Streichorchester und Schlagzeug.
Mit „DANCE“ der britisch-amerikanischen Komponistin Anna Clyne folgt ein Werk, das dem Violoncello eine außergewöhnliche Ausdrucksbreite eröffnet. Das 2019 entstandene Konzert wurde für die Cellistin Inbal Segev komponiert und ist von einem Gedicht des persischen Mystikers Rumi inspiriert. Seine fünf Sätze entfalten unterschiedliche musikalische Charaktere, die von zarten, beinahe schwebenden Melodien bis zu rhythmisch kraftvollen Passagen reichen.
Der rumänische Cellist Andrei Ioniță übernimmt die anspruchsvolle Solopartie. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er insbesondere durch seinen Sieg beim Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb 2015. Seither gastiert er mit bedeutenden Orchestern und Kammermusikpartnern auf internationalen Konzertbühnen. Sein Spiel verbindet technische Souveränität mit einer intensiven musikalischen Ausdruckskraft.
Nach der Pause steht Pjotr Iljitsch Tschaikowskys sechste Sinfonie in h-Moll op. 74 auf dem Programm. Die 1893 uraufgeführte „Pathétique“ zählt zu den persönlichsten Werken des Komponisten. Besonders ungewöhnlich ist ihre dramaturgische Anlage: Statt mit einem triumphalen Finale endet die Sinfonie mit einem langsamen Satz, dessen Musik allmählich in tiefer Stille versinkt.
Die musikalische Leitung übernimmt Daniel Huppert. Die drei Werke des Abends führen auf unterschiedliche Weise vor Augen, wie Musik ohne Worte Gefühle von innerer Ruhe, Leidenschaft und existenzieller Erschütterung vermitteln kann.
16. Februar 2027

