Der Kontrabass verlässt seine gewohnte Rolle als Fundament des Orchesters und wird zum virtuosen Soloinstrument. Der österreichische Musiker Dominik Wagner zeigt gemeinsam mit den Bergischen Symphonikern, wie überraschend beweglich und ausdrucksstark das tiefste Streichinstrument sein kann.
Den Auftakt des Konzerts bildet John Adams’ „The Chairman Dances“, ein Foxtrott für Orchester. Das 1985 entstandene Werk steht in engem Zusammenhang mit Adams’ Oper „Nixon in China“, die sich mit dem historischen Staatsbesuch des amerikanischen Präsidenten Richard Nixon in China im Jahr 1972 beschäftigt. Die Musik ist von rhythmischer Energie, wiederkehrenden Figuren und einer farbenreichen Instrumentierung geprägt. Adams verbindet darin Elemente der Minimal Music mit Anklängen an amerikanische Tanzmusik.
Im Zentrum steht anschließend Nino Rotas „Divertimento Concertante“ für Kontrabass und Orchester. Der italienische Komponist ist einem breiten Publikum vor allem durch seine Filmmusiken bekannt. Er schrieb unter anderem die Musik zu Federico Fellinis Filmen und Francis Ford Coppolas „Der Pate“. Doch Rota hinterließ auch ein umfangreiches klassisches Œuvre, zu dem Opern, Kammermusik und Orchesterwerke gehören.
Das „Divertimento Concertante“ zeigt eine besonders verspielte Seite seines Schaffens. Der Kontrabass bewegt sich hier weit über seine traditionelle Begleitfunktion hinaus. Schnelle Läufe, überraschende Registerwechsel und gesangliche Melodien verlangen dem Solisten ein hohes Maß an Virtuosität ab. Dabei entstehen immer wieder humorvolle Momente, die Rotas ausgeprägtes Gespür für musikalische Charaktere erkennen lassen.
Mit Dominik Wagner übernimmt einer der profiliertesten jungen Kontrabassisten die Solopartie. Der österreichische Musiker setzt sich seit Jahren dafür ein, seinem Instrument auf den internationalen Konzertbühnen größere Aufmerksamkeit zu verschaffen. Seine Interpretationen zeigen, dass der Kontrabass nicht nur über klangliche Tiefe, sondern auch über bemerkenswerte Leichtigkeit und melodische Ausdruckskraft verfügt.
Den Abschluss bildet Francis Poulencs „Sinfonietta“ FP 141. Das 1947 entstandene Werk gehört zu den wenigen größeren Orchesterkompositionen des französischen Komponisten. Poulencs unverwechselbare Tonsprache vereint melodischen Charme, rhythmische Lebendigkeit und überraschende harmonische Wendungen.
Unter der Leitung von Daniel Spaw präsentieren die Bergischen Symphoniker ein Programm, das mit Witz, Virtuosität und stilistischer Vielfalt die weniger bekannten Seiten des Orchesterrepertoires erkundet.
16. März 2027

