Was geschieht, wenn die Waffen schweigen? Die Ausstellung „Nach dem Krieg“ im Museum für Geschichte in Graz richtet den Blick auf die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und beleuchtet die Herausforderungen des Wiederaufbaus in der Steiermark. Dabei eröffnet sie zugleich Perspektiven auf Fragen, die angesichts aktueller Konflikte weltweit nichts von ihrer Aktualität verloren haben.

Als der Krieg 1945 endete, waren Städte zerstört, die Infrastruktur schwer beschädigt und die Versorgungslage vielerorts prekär. Tausende Menschen befanden sich auf der Flucht oder lebten fern ihrer Heimat. Allein in der Steiermark hielten sich noch Monate nach Kriegsende zehntausende Kriegsflüchtlinge und Vertriebene auf. Ohne internationale Unterstützung drohten Hunger, Not und gesellschaftlicher Zusammenbruch.

Die Ausstellung widmet sich den vielfältigen Formen humanitärer Hilfe in dieser Zeit und zeigt, wie internationale Organisationen, Hilfswerke, staatliche Stellen und zahlreiche Einzelpersonen am Wiederaufbau beteiligt waren. Dabei geht es nicht nur um materielle Unterstützung, sondern auch um Fragen von Verantwortung, Solidarität und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Anhand historischer Dokumente, Fotografien und persönlicher Schicksale macht die Schau sichtbar, wie Menschen die unmittelbare Nachkriegszeit erlebten und welche Bedeutung humanitäres Engagement für den Neuanfang hatte. Gleichzeitig werden die komplexen Beziehungen zwischen Besatzungspolitik, staatlichen Maßnahmen und zivilgesellschaftlicher Hilfe beleuchtet.

„Nach dem Krieg“ verbindet regionale Geschichte mit einem universellen Thema und lädt dazu ein, über die Folgen von Konflikten, die Bedeutung von Hilfe und die Herausforderungen des Wiederaufbaus nachzudenken – damals wie heute.
19. Juni 2026 bis 6. Januar 2027

www.museum-joanneum.at