Das Jazzfestival Saalfelden zählt seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten Plattformen für zeitgenössischen Jazz und improvisierte Musik im Alpenraum. Mit seiner 46. Ausgabe vom 20. bis 23. August 2026 bleibt das Festival seiner künstlerischen Vision treu: Offenheit, Innovationsgeist und internationale Vernetzung bilden das Fundament eines Programms, das den Jazz nicht als festgelegtes Genre versteht, sondern als lebendige, grenzenlose Kunstform. Zwischen großer Mainstage, intimen Spielstätten und außergewöhnlichen Konzertformaten entsteht ein musikalisches Gesamterlebnis, das Künstlerinnen, Künstler und Publikum gleichermaßen auf Entdeckungsreise schickt.

Eingebettet in die eindrucksvolle Bergwelt des Salzburger Landes entwickelt Saalfelden seit Jahren eine ganz besondere Atmosphäre. Hier begegnen sich etablierte Größen der internationalen Szene, aufstrebende Talente und neugierige Musikliebhaber auf Augenhöhe. Das Festival versteht sich als Ort des Austauschs, an dem Improvisation, Experiment und kreative Freiheit nicht nur Schlagworte, sondern gelebte Praxis sind. Gerade diese Offenheit macht seinen unverwechselbaren Charakter aus und zieht Jahr für Jahr Besucher aus aller Welt an.
Ein markantes Zeichen setzt das Festival bereits zur Eröffnung: Die österreichische Saxophonistin Yvonne Moriel erhält den diesjährigen Kompositionsauftrag und eröffnet die Mainstage mit einer eigens für das Festival entwickelten Uraufführung. Moriel zählt zu den spannendsten Stimmen der jungen heimischen Jazzszene. Ihre Musik verbindet virtuose Improvisation mit elektronischen Klangwelten sowie Einflüssen aus Hip-Hop, Dub und zeitgenössischer Groove-Kultur. Damit verkörpert sie beispielhaft den künstlerischen Anspruch des Festivals, regionale Kreativität sichtbar zu machen und gleichzeitig internationale Perspektiven einzubeziehen.

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Brique © Michael Slomka

Brique © Michael Slomka

Auch die internationale Szene ist hochkarätig vertreten. Mit dem Chicago Underground Duo kehrt eines der prägenden Projekte der amerikanischen Avantgarde nach Saalfelden zurück. Die Musiker bewegen sich mühelos zwischen freier Improvisation, elektroakustischen Klanglandschaften und hypnotischen Rhythmen und zählen seit Jahren zu den innovativsten Formationen ihres Genres. Ebenso mit Spannung erwartet wird die Rückkehr von Yeah NO, jener legendären New Yorker Formation um Chris Speed und Jim Black, die seit den 1990er-Jahren konsequent die Grenzen des Jazz erweitert und dabei Einflüsse aus Rock, Minimal Music und experimenteller Improvisation miteinander verbindet.
Wie vielfältig sich die aktuelle Jazzszene präsentiert, zeigt auch das weitere Festivalprogramm. Das Wiener Trio Mel*E entwickelt in der Gruberhalle ein faszinierendes Geflecht aus elektronischen Beats, improvisierten Strukturen und atmosphärischen Klangexperimenten. Das Quartett DaughterDaughter vereint Musikerinnen aus Dänemark, Argentinien, Deutschland und Südkorea zu einem intensiven musikalischen Dialog, der kulturelle Grenzen ebenso selbstverständlich überwindet wie stilistische Konventionen. Beide Ensembles stehen exemplarisch für eine Generation von Künstlerinnen und Künstlern, die Jazz als offenen Prozess und internationale Sprache verstehen.
Ein besonderes Highlight bildet die Premiere eines transkontinentalen Projekts mit dem amerikanischen Saxophonisten Darius Jones und dem japanischen Gitarristen Otomo Yoshihide. Gemeinsam mit einer hochkarätigen Rhythmusgruppe entstehen kraftvolle Klangräume zwischen Struktur und Chaos, lyrischer Intensität und explosiver Energie. Es sind genau solche Begegnungen, die das Jazzfestival Saalfelden seit Jahrzehnten prägen und immer wieder neue musikalische Perspektiven eröffnen.

We hike Jazz @ Michael Geißler

We hike Jazz @ Michael Geißler

Dabei beschränkt sich das Festival längst nicht auf klassische Konzertformate. Spontane Sessions, ungewöhnliche Aufführungsorte und die unmittelbare Nähe zwischen Künstlern und Publikum machen den besonderen Reiz der Veranstaltung aus. Musik entsteht hier im Moment, entwickelt sich aus Begegnungen und lebt von der Bereitschaft, Risiken einzugehen. Gerade diese Mischung aus Experimentierfreude und höchster musikalischer Qualität macht Saalfelden zu einem Ort, an dem Gegenwartsmusik unmittelbar erlebbar wird.
Das Jazzfestival Saalfelden bleibt damit weit mehr als ein Treffpunkt für Jazzliebhaber. Es ist ein kreatives Labor, ein internationales Netzwerk und eine Bühne für musikalische Visionen. Zwischen Tradition und Zukunft, Improvisation und Komposition entsteht ein vielschichtiges Panorama, das weit über den Jazz hinausweist und eindrucksvoll zeigt, wie lebendig und grenzenlos zeitgenössische Musik heute sein kann.
20. bis 23. August 2026
www.jazzsaalfelden.com