Zwischen Erinnerung, Sehnsucht und Wirklichkeit bewegt sich Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“, eines der faszinierendsten Opernwerke des frühen 20. Jahrhunderts. Mit einer opulenten, spätromantischen Klangsprache erzählt die Oper von der zerstörerischen Kraft der Trauer und der schwierigen Suche nach einem Neuanfang.

Im Mittelpunkt steht der junge Witwer Paul, der den Tod seiner geliebten Frau nicht überwinden kann. Als er in der Tänzerin Marietta einer Verstorbenen zum Verwechseln ähnlich sieht, beginnt er Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu vermischen. Die Begegnung entwickelt sich zu einer emotionalen Reise zwischen Erinnerung, Traum und Wirklichkeit, auf der Paul sich seinen eigenen Obsessionen stellen muss. Aus der Sehnsucht nach dem Vergangenen entsteht ein psychologisches Drama, das ihn schließlich vor die Entscheidung stellt, ob er weiter in der Vergangenheit leben oder den Weg zurück ins Leben finden will.

Korngold, der mit diesem Werk bereits im Alter von nur 23 Jahren seinen internationalen Durchbruch feierte, verbindet große Melodien mit einer eindrucksvollen Orchesterpalette und schafft eine Atmosphäre zwischen spätromantischer Sinnlichkeit und symbolistischer Traumwelt. Inspiriert vom Roman „Bruges-la-Morte“ von Georges Rodenbach greift die Oper zugleich Gedanken auf, die an die Psychoanalyse Sigmund Freuds erinnern, und macht innere Konflikte musikalisch eindrucksvoll erfahrbar.

Für das Badische Staatstheater Karlsruhe inszeniert Christoph von Bernuth das Werk als vielschichtiges Psychodrama über Verlust, Erinnerung und die befreiende Kraft des Loslassens. Unter der musikalischen Leitung von Johannes Willig entfaltet sich Korngolds außergewöhnliche Partitur in ihrer ganzen emotionalen und klanglichen Intensität.

So wird „Die tote Stadt“ zu einem berührenden Opernerlebnis, das Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Realität auf eindrucksvolle Weise miteinander verschmelzen lässt.
Premiere 6. Dezember 
weitere Aufführungen: 10. und 29. Dezember 2026, 24. Januar, 5. und 17. Februar, 20. und 26. März, 8. April 2027

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