Im Frankfurter Grüneburgpark wird Theater zum Sommermärchen – mit „Was ihr wollt“, „Hamlet“, „Romeo und Julia“, „König Lear“ und „Ein Sommernachtstraum“ unter freiem Himmel. Es gibt Theaterabende, die beginnen lange vor dem ersten Satz. Wenn die Sonne langsam hinter den Bäumen des Frankfurter Grüneburgparks verschwindet, Picknickdecken ausgebreitet werden und sich das Publikum auf der Wiese niederlässt, entsteht eine ganz besondere Atmosphäre. Hier lädt die Dramatische Bühne auch im Sommer 2026, vom 6. Juli bis 30. August wieder zu ihrem beliebten Freilichtfestival ein, bei welchem sie das jeweilige Repertoire zeigen.
Besonders empfehlenswert: Die Shakespeare-Klassiker! Mit „König Lear“, „Ein Sommernachtstraum“, „Was ihr wollt“, „Hamlet“ und „Romeo und Julia“ verwandelt sich der Park in eine große Open-Air-Bühne voller Fantasie, Poesie und Lebensfreude.
Wer die Dramatische Bühne kennt, weiß: Shakespeare wird hier nicht ehrfürchtig auf ein Podest gestellt, sondern mit überschäumender Spielfreude gefeiert. Seit fast drei Jahrzehnten verfolgt das freie Frankfurter Theater um Regisseur Thorsten Morawietz eine klare Vision – Theater soll berühren, überraschen und unterhalten. Mit Musik, Gesang, Artistik, opulenten Kostümen und einer gehörigen Portion Komödiantik entstehen Inszenierungen, die den Geist des elisabethanischen Theaters in die Gegenwart holen.

„Hamlet” © Die Dramatische Bühne
Gerade die natürliche Kulisse des Grüneburgparks verleiht den Aufführungen einen besonderen Zauber. Wenn das Licht langsam verblasst und die Bühne unter freiem Himmel zum Leben erwacht, verschmelzen Natur und Theater zu einem Gesamterlebnis. Das Festival spricht deshalb nicht nur eingefleischte Theaterfans an, sondern auch Menschen, die vielleicht zum ersten Mal eine Shakespeare-Inszenierung erleben.
Für den August empfiehlt sich besonders eine Reise durch drei der berühmtesten Werke des englischen Dramatikers. Den Auftakt macht „Was ihr wollt“ (13. und 14. August), jene bittersüße Komödie über Liebe, Verkleidung und die Suche nach der eigenen Identität. Zwischen melancholischer Poesie, turbulenten Verwechslungen und feinem Humor entfaltet sich ein Stück, das bis heute nichts von seiner Leichtigkeit verloren hat.
Nur einen Tag später folgt mit „Hamlet“ (15. und 16. August) das wohl berühmteste Drama der Theatergeschichte. Die Geschichte des dänischen Prinzen zwischen Zweifel, Rache und existenzieller Sinnsuche verbindet tiefgründige Tragik mit überraschender Komik. Musik, skurrile Figuren und temporeiches Spiel verleihen der Inszenierung eine eigene Handschrift.
Den Abschluss der Shakespeare-Reihe bildet „Romeo und Julia“ (21. und 23. August) – allerdings in einer Fassung, die das Publikum selbst mitgestaltet. Durch Abstimmungen entscheiden die Zuschauer über den Verlauf der Handlung, über Leben und Tod der Figuren und sogar darüber, ob der Abend als Tragödie oder Komödie endet. So entsteht jedes Mal ein einzigartiges Theatererlebnis, das es in dieser Form kaum ein zweites Mal gibt.
Genau darin liegt der besondere Reiz des Freilichtfestivals. Es verbindet große Theaterklassiker mit unmittelbarer Nähe zum Publikum, verzichtet auf Schwellenängste und macht Kultur für alle zugänglich. Wer mag, bringt seinen Picknickkorb mit, genießt den Sommerabend auf der Wiese und erlebt Shakespeare so, wie er vielleicht ursprünglich gedacht war: lebendig, überraschend, humorvoll und voller Leidenschaft. Ein Theaterfest unter freiem Himmel, das zeigt, wie zeitlos große Geschichten sein können.
6. Juli bis 30. August 2026
www.diedramatischebuehne.de

„Romeo und Julia” © Die Dramatische Bühne
