Das Festival Musica Sacra lädt zum 53. Mal zu außergewöhnlichen Musikerlebnissen in St. Pölten und Umgebung. Zwischen historischen Klostermauern, prachtvollen Kirchen und dem monumentalen Klang der Orgel entfaltet sich im Herbst ein Festival, das Musik und sakrale Architektur auf besondere Weise miteinander verbindet. Vom 13. September bis 10. Oktober 2026 präsentiert Musica Sacra hochkarätige Kirchenmusik, große Stimmen und ungewöhnliche Klangbegegnungen.

Wenn Musik in einem sakralen Raum erklingt, verändert sich ihre Wirkung. Jeder Ton trifft auf Jahrhunderte alte Architektur, auf Hall und Stille, auf Geschichte und Spiritualität. Genau diese Verbindung macht den besonderen Reiz des Festival Musica Sacra aus, das heuer bereits zum 53. Mal stattfindet. Als ältestes und größtes Festival für Sakralmusik in Niederösterreich führt es sein Publikum an außergewöhnliche Orte in St. Pölten, Herzogenburg, Lilienfeld und erstmals auch nach Göttweig.
Der Festivalauftakt am 13. September steht ganz im Zeichen von Hector Berlioz. Seine „Trilogie sacrée“ erzählt von der Kindheit Jesu und verbindet berührende Vokalmusik mit orchestraler Raffinesse. In der Domkirche St. Pölten treffen die Philharmonie Brünn, die Domkantorei St. Pölten und das Sindelfinger Vokalkabinett auf die Solist:innen Dorottya Lang, Tobias Lusser, David Jagodic und Nicolas Testé. Die musikalische Leitung übernimmt Domkapellmeister und Festivalintendant Valentin Kunert. Eine besondere Premiere erwartet das Publikum am 20. September im Stift Göttweig, das erstmals Teil des Festivals ist. In der Krypta der Stiftskirche interpretiert das Prager Ensemble Tiburtina Werke der mittelalterlichen Mystikerin Hildegard von Bingen. Die intime Atmosphäre der Krypta verspricht dabei eine außergewöhnliche Klangraumerfahrung und führt zurück zu den Ursprüngen geistlicher Musik.

Brünner Philharmonie © Vaclav Hubac

Brünner Philharmonie © Vaclav Hubac

Auch die weiteren Konzerte zeigen, wie weit der musikalische Horizont von Musica Sacra reicht. In der Prandtauerkirche erklingt am 27. September Anton Bruckners Siebte Symphonie in einer Fassung für Kammerorchester, interpretiert von Mitgliedern des Bruckner Orchesters Linz unter Valentin Kunert. Musik und Gebet stehen am 3. Oktober im Stift Herzogenburg im Mittelpunkt, wenn die Militärmusik Niederösterreich unter Adolf Obendrauf unter anderem Nikolai Rimski-Korsakows Posaunenkonzert und das Finale aus Gustav Mahlers Dritter Symphonie präsentiert.
Musica Sacra richtet sich dabei nicht ausschließlich an das klassische Konzertpublikum. Auch die jüngsten Besucher:innen werden mit einem Theaterkonzert rund um die mutige Katze Carmen und Jona eingeladen, Musik spielerisch zu entdecken. Am 4. Oktober begegnen in der Domkirche schließlich Marimba und Orgel: Die französische Perkussionistin Adélaïde Ferrière und der Stuttgarter Stiftsorganist Kay Johannsen verbinden Werke von Bach, Busoni, Philip Glass und John Cage zu einem ungewöhnlichen musikalischen Dialog.
Den krönenden Abschluss bildet am 10. Oktober Claudio Monteverdis „Marienvesper“ in der Stiftsbasilika Lilienfeld. Dirigent Otto Kargl und die Cappella Nova Graz lassen dieses Meisterwerk der frühen Barockmusik in einem Raum erklingen, der selbst Teil des musikalischen Erlebnisses wird.
So erweist sich Musica Sacra einmal mehr als Festival, bei dem nicht nur Musik zu hören, sondern Klang zu erleben ist. Große Künstler:innen und regionale Musiktraditionen, historische Räume und zeitlose Werke begegnen einander – und machen aus Kirchen und Klöstern für einige Wochen außergewöhnliche Bühnen der Musik.
13. September bis 10. Oktober 2026
www.festival-musica-sacra.at

Kay Johannsen © Martina Wörz

Kay Johannsen © Martina Wörz