Ab Frühjahr 2026 öffnet die Friedensburg Schlaining ihre Türen für zwei spannende Sonderausstellungen. Den Auftakt macht 80 Jahre Rotes Kreuz Burgenland am 8. Mai, die die Geschichte und Entwicklung der Hilfsorganisation seit 1946 beleuchtet. Am 25. Mai folgt Blech mit Herz – Faszination Blasmusik im Burgenland, die Tradition, Instrumente und soziale Bedeutung der Blasmusik in der Region erlebbar macht. Beide Ausstellungen laden dazu ein, Geschichte, Kultur und Gemeinschaft im Burgenland hautnah zu entdecken.
80 Jahre Rotes Kreuz im Burgenland
Am 13. August 1946 wurde in Eisenstadt der Landesverband Burgenland des Roten Kreuzes gegründet – ein Jubiläum, das 2026 mit einer Sonderausstellung auf der Friedensburg Schlaining gewürdigt wird. Unter dem Motto „Menschlichkeit, Solidarität und Einsatzbereitschaft“ beleuchtet die Schau die bewegte Geschichte der Organisation von den schwierigen Nachkriegsjahren bis zu ihren vielfältigen Aufgaben heute.
Die Ausstellung beginnt mit einem historischen Überblick: Von den Ursprüngen des Roten Kreuzes nach der Schlacht bei Solferino über erste Vereine in der Donaumonarchie und die Zwischenkriegszeit bis zum Neubeginn nach 1945. Im sogenannten Kaisersaal dokumentieren sieben großformatige Tafeln die zentralen Meilensteine der letzten acht Jahrzehnte: Gründung des Landesverbandes, Wiederaufbau, Bezirksstellen, Gesundheits- und Sozialdienste, Katastrophenhilfe, gemeinschaftliches Engagement und die Rolle des Roten Kreuzes in Europa. Historische Dokumente, Uniformen, Erste-Hilfe-Materialien und Gegenstände aus Einsätzen geben Einblicke in den Alltag der Hilfsorganisation.

Weit über die Grenzen beachtet waren vor allem die Betreuung von Geflohenen in den Jahren 1956, 1989 und 2015. Das Bild zeigt Rotkreuz-Helferinnen mit einer Feldküche im Jahr 1956.
Aktuelle Projekte werden in sieben Vitrinen vorgestellt: Von Erste-Hilfe-Kursen für Kinder über Lesepatenschaften und den „Club Miteinander“ als Begegnungsort bis zu nachhaltigen Initiativen wie dem „Henry Laden“. Auch der Einsatz der First Responder und die Krisenintervention als schnelle psychosoziale Hilfe in Ausnahmesituationen wird dokumentiert. So vermittelt die Ausstellung nicht nur die Geschichte, sondern auch das gelebte Engagement der Menschen hinter dem Roten Kreuz.
Parallel wird die Entwicklung des modernen Rettungswesens nachgezeichnet: ein flächendeckendes Netz an Dienststellen, Rettungsfahrzeugen und Notfallstrukturen, getragen vom großen Einsatz haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Ausstellung verdeutlicht, wie die sieben Grundsätze des Roten Kreuzes – Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität – das Handeln der Organisation bis heute prägen.
Die Schau zeigt eindrucksvoll, dass das Rote Kreuz im Burgenland nicht nur historische Ereignisse begleitet, sondern als soziale Institution aktiv das Leben der Menschen gestaltet. Sie lädt ein, die Vielfalt der Aufgaben und das Engagement der Ehrenamtlichen zu entdecken und nachzuvollziehen, wie Solidarität, Verantwortung und Professionalität Generationen verbinden.
Eröffnung: 8. Mai 2026
Ausstellungsdauer: 9. Mai bis 31. Dezember 2026
www.friedensburg.at

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Rote Kreuz maßgeblich am Aufbau des Rettungswesens im Burgenland beteiligt. 1948 wurden dem Landesverband in Eisenstadt im Rahmen eines feierlichen Aktes 14 Krankentransportwagen übergeben.






