Die Kunstsammlung Jena widmet sich mit einer Ausstellung Jonathan Meese und rückt dessen intensive, vielschichtige Auseinandersetzung mit Richard Wagner in den Mittelpunkt.
Jonathan Meese zählt zu den bekanntesten und zugleich kontroversesten Künstlern der Gegenwart. Sein Werk umfasst Malerei, Skulptur, Installation, Performance, Video und Theater und zeichnet sich durch eine radikale, oft provokante Bildsprache aus. Seit seinem frühen Durchbruch in den 1990er-Jahren entwickelt Meese ein künstlerisches Universum, das historische Figuren, Mythen und gesellschaftliche Machtstrukturen miteinander verschränkt.
Im Zentrum der Ausstellung in Jena steht seine Beschäftigung mit Richard Wagner, den Meese als künstlerisches „Gravitationszentrum“ begreift. In zahlreichen Arbeiten setzt er sich mit der komplexen Figur des Komponisten auseinander – zwischen Faszination, Aneignung und kritischer Distanz. Dabei entsteht eine Bildwelt, die bewusst mit kulturellen Symbolen spielt und diese zugleich hinterfragt.
Die gezeigten Werke stammen aus unterschiedlichen Schaffensphasen und verbinden bekannte Positionen mit neueren Arbeiten. Typisch für Meese ist dabei die Kombination aus expressiver Malerei, Textfragmenten und collageartigen Elementen, die sich zu dichten, oft überbordenden Bildräumen verdichten. Sein künstlerischer Ansatz scheut dabei weder Widerspruch noch Irritation. Vielmehr zielt er darauf ab, gewohnte Wahrnehmungen aufzubrechen und einen offenen Diskurs über Kunst, Geschichte und gesellschaftliche Dynamiken anzustoßen.
So wird die Ausstellung zu einer intensiven Begegnung mit einem Künstler, der konsequent die Grenzen des Sagbaren und Darstellbaren auslotet – und dabei eine ebenso herausfordernde wie eigenständige Bildsprache entwickelt.
27. März 7. Juni 2026





