Mit Grigory Frids Oper „Das Tagebuch der Anne Frank“ entsteht ein eindringliches Musiktheater über Erinnerung, Angst und die Kraft einer jungen Stimme in Zeiten politischer Verfolgung.
Anne Frank ist dreizehn Jahre alt, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten in einem Amsterdamer Hinterhaus verstecken muss. In ihrem Tagebuch hält sie ihre Gedanken, Hoffnungen und Ängste fest – zwischen bedrückender Enge, Sehnsucht nach Freiheit und den Erfahrungen des Erwachsenwerdens unter existenziellen Bedingungen. Grigory Frids Monodram greift diese Aufzeichnungen auf und macht Annes Perspektive unmittelbar erfahrbar.
Die Oper konzentriert sich ganz auf die innere Welt der jungen Anne und entwickelt daraus eine intensive musikalische Coming-of-Age-Geschichte. Persönliche Erinnerungen und alltägliche Beobachtungen stehen dabei neben der allgegenwärtigen Bedrohung durch Verfolgung und Gewalt. Gerade diese Verbindung aus Intimität und historischer Realität verleiht dem Werk seine besondere emotionale Kraft.
Regisseur David Bösch erweitert das Stück mit seiner Inszenierung zu einer „Graphic Opera“, in der sich Bühne, Film und Animation miteinander verbinden. Live-Spiel und Projektionen greifen ineinander und machen Gedanken, Erinnerungen und innere Bilder sichtbar. Zeichnungen, dokumentarische Fragmente und traumartige Szenen formen eine vielschichtige Bildsprache, die zwischen Realität und Imagination oszilliert.
Im Mittelpunkt bleibt dabei stets Annes Wahrnehmung der Welt: mal konkret und beobachtend, mal fragmentarisch und poetisch verdichtet. Zwischen Isolation und Fantasie entsteht ein Musiktheaterabend, der Geschichte nicht nur erzählt, sondern emotional und visuell erfahrbar macht. So wird „Das Tagebuch der Anne Frank“ zu einer ebenso intimen wie eindringlichen Auseinandersetzung mit Erinnerung, Menschlichkeit und der Bedeutung individueller Stimmen in Zeiten gesellschaftlicher Dunkelheit.
Premiere 16. Oktober
weitere Aufführungen: 18., 19., 21., 22. und 23. Oktober 2026






