Mit Bohuslav Martinůs „The Greek Passion“ bringt die Semperoper Dresden im März 2027 ein Musikdrama auf die Bühne, das Fragen nach Mitmenschlichkeit, Verantwortung und dem Umgang mit Schutzsuchenden ins Zentrum stellt. Grundlage des Werkes ist der Roman „Christus wird wieder gekreuzigt“ von Nikos Kazantzakis.
In einem griechischen Dorf bereitet sich die Bevölkerung auf die Aufführung der Passionsgeschichte vor. Die Rollen werden unter den Bewohnerinnen und Bewohnern verteilt: Der Hirte Manolios soll Christus darstellen, andere Dorfbewohner übernehmen die Rollen der Apostel, Maria Magdalena oder Judas. Was zunächst wie die Vorbereitung eines religiösen Spiels erscheint, beginnt zunehmend auf das tatsächliche Leben der Beteiligten überzugreifen.
Die Situation verändert sich, als eine Gruppe von Geflüchteten im Dorf eintrifft. Ihre Heimat wurde zerstört, sie sind erschöpft und auf der Suche nach Schutz und Nahrung. Angeführt von ihrem Priester Fotis bitten sie die Dorfgemeinschaft um Hilfe. Doch statt ihnen selbstverständlich beizustehen, reagieren viele Einwohner mit Ablehnung.
Besonders Manolios beginnt, seine ihm zugeteilte Christus-Rolle nicht mehr nur als Theaterfigur zu begreifen. Gemeinsam mit anderen Dorfbewohnern stellt er sich auf die Seite der Schutzsuchenden. Damit wächst der Konflikt zwischen jenen, die christliche Nächstenliebe predigen, und jenen, die bereit sind, diese auch gegenüber Fremden tatsächlich zu leben.
Martinů schrieb „The Greek Passion“ in den 1950er-Jahren nach seiner eigenen Bearbeitung des Romans von Kazantzakis. Die Semperoper zeigt die erste Fassung des Werkes aus dem Jahr 1957. Realität und Passionsspiel verschmelzen darin zunehmend miteinander und machen die biblische Geschichte zum Spiegel einer Gemeinschaft, die sich entscheiden muss, wie ernst sie ihre eigenen moralischen Grundsätze nimmt.
Für die Dresdner Neuproduktion führt Elisabeth Stöppler Regie, das Bühnenbild stammt von Ines Nadler und die Kostüme von Frank Lichtenberg. Erik Nielsen übernimmt die musikalische Leitung der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Pavol Breslik singt Manolios, Marjukka Tepponen die Witwe Katerina und Neven Crnić den Priester Fotis. Neben dem Sächsischen Staatsopernchor wirkt auch der Kinderchor der Semperoper mit.
Premiere 13. März
weitere Aufführungen: 18., 25. und 31. März sowie 2. und 11. April 2027

