Mit Umberto Giordanos „Andrea Chénier“ bringt das Staatstheater Darmstadt im Oktober 2026 eines der großen Werke des italienischen Verismo auf die Bühne. Vor dem Hintergrund der Französischen Revolution verbindet die Oper politische Umwälzungen und gesellschaftliche Gewalt mit einer Liebesgeschichte, die schließlich selbst im Angesicht des Todes Bestand hat.

Paris im Sommer 1794: Die anfänglichen Hoffnungen der Französischen Revolution sind längst der Schreckensherrschaft Robespierres gewichen. Menschen, die wenige Jahre zuvor noch dem Adel und der gesellschaftlichen Oberschicht angehörten, müssen um ihr Leben fürchten. Wer als Gegner des neuen Regimes gilt, riskiert Verfolgung, Gefängnis und schließlich die Guillotine.

Auch der Dichter Andrea Chénier gerät ins Visier der Machthaber. Wegen seiner regimekritischen Äußerungen wird er verfolgt und muss sich verstecken. Eine Möglichkeit zur Flucht eröffnet sich – doch Chénier entscheidet sich dagegen. Denn inzwischen hat er sich in eine zunächst unbekannte Frau verliebt, die ihm Briefe schreibt. Hinter der geheimnisvollen Briefschreiberin verbirgt sich Maddalena di Coigny. Einst gehörte sie zur privilegierten Gesellschaft, durch die Revolution hat sie jedoch nahezu alles verloren. Zwischen ihr und Chénier entwickelt sich eine Liebe, die zunehmend von der politischen Realität bedroht wird.

Als Chénier schließlich zum Tode verurteilt wird, trifft Maddalena eine radikale Entscheidung. Unter falschem Namen verschafft sie sich Zugang zum Gefängnis und nimmt den Platz einer anderen Verurteilten ein. Gemeinsam gehen die Liebenden schließlich ihrem Tod entgegen – und stellen der Gewalt ihrer Umgebung eine Liebe gegenüber, die sich selbst von der Guillotine nicht mehr trennen lässt.

Umberto Giordanos 1896 an der Mailänder Scala uraufgeführte Oper gehört zu den bedeutenden Werken des italienischen Verismo. Historische Ereignisse und reale Persönlichkeiten treffen darin auf große emotionale Szenen und eine Musik, die das private Schicksal ihrer Figuren unmittelbar mit den politischen Umbrüchen ihrer Zeit verbindet.

In Darmstadt ist die bildgewaltige Inszenierung von John Dew zu erleben, die 1994 für die Deutsche Oper Berlin entstand. Die Übernahme besitzt für das Staatstheater eine besondere Verbindung: Dew war von 2004 bis 2014 Intendant des Hauses und arbeitete darüber hinaus an zahlreichen bedeutenden internationalen Opernbühnen.

Die musikalische Leitung übernimmt Daniel Cohen. Matthew Vickers ist in der Titelpartie des Andrea Chénier zu erleben, Megan Marie Hart singt Maddalena di Coigny und Aris Argiris übernimmt die Partie des Carlo Gérard. Gemeinsam mit Opernchor, Extra-Chor und Staatsorchester Darmstadt entfaltet sich damit ein großes historisches Operndrama über Revolution, Macht und eine Liebe, die sich der politischen Gewalt entgegenstellt.
Premiere 3. Oktober 2026
weitere Aufführungen: 23. und 25. Oktober, 15. November sowie 18. Dezember 2026

www.staatstheater-darmstadt.de