Mit Giuseppe Verdis „Luisa Miller“ bringt das Theater Münster im März 2027 eines der großen Werke des italienischen Opernrepertoires auf die Bühne. Nach Friedrich Schillers „Kabale und Liebe“ erzählt die Oper von einer jungen Liebe, die an gesellschaftlichen Machtverhältnissen, Intrigen und den Interessen einer privilegierten Oberschicht zu zerbrechen droht.
Luisa liebt Rodolfo, den Sohn des einflussreichen Grafen Walter. Für beide scheint ihre gesellschaftliche Herkunft zunächst keine Rolle zu spielen. Doch Rodolfos Vater verfolgt andere Pläne: Sein Sohn soll die Herzogin Federica heiraten und damit die gesellschaftliche Stellung der Familie weiter festigen.
Auch Wurm, der Sekretär des Grafen, hat eigene Interessen. Er begehrt Luisa selbst und setzt gemeinsam mit Walter eine Intrige in Gang, um das junge Paar auseinanderzubringen. Luisas Vater Miller versucht unterdessen, seine Tochter vor den Machenschaften der Mächtigen zu schützen.
Luisa wird schließlich gezwungen, einen Brief zu schreiben, in dem sie behauptet, Wurm zu lieben. Rodolfo hält das Schreiben für echt und glaubt sich von Luisa verraten. Aus politischem Kalkül und persönlicher Eifersucht entsteht so eine Katastrophe, der die Liebenden kaum noch entkommen können.
Verdi komponierte „Luisa Miller“ nach Schillers 1784 uraufgeführtem bürgerlichen Trauerspiel „Kabale und Liebe“. Das Libretto stammt von Salvatore Cammarano. Die Oper wurde 1849 in Neapel uraufgeführt und markiert eine wichtige Phase in Verdis Entwicklung: Statt großer historischer Tableaus rücken zunehmend die Gefühle und Konflikte einzelner Menschen in den Mittelpunkt.
Für die Münsteraner Neuproduktion übernimmt Generalmusikdirektor Golo Berg die musikalische Leitung, Regie führt Andrea Schwalbach. Damit wird Schillers Konflikt zwischen persönlicher Freiheit und gesellschaftlicher Macht zum Ausgangspunkt eines großen Opernabends über eine Liebe, die von den Interessen anderer Menschen zerstört wird.
Premiere 6. März
weitere Aufführungen: 6., 13., 19. und 25. März, 10. und 28. April, 16. und 22. Mai sowie 22. Juni 2027

