Macht, Gier und Größenwahn geraten in Alfred Jarrys „König Ubu“ zu einer grotesken Herrschaftsfarce. Das Burgtheater zeigt den modernen Theaterklassiker in der Regie von Burgtheater Intendant Stefan Bachmann als bitterkomische Satire auf Tyrannei, politische Gewalt und die Absurdität ideologischer Systeme.

Angestachelt von seiner Frau ermordet Ubu den König von Polen und reißt die Macht an sich. Kaum auf dem Thron, regiert er mit brutaler Willkür: Er erfindet absurde Steuern, lässt Adelige hinrichten und verwandelt das Land in ein groteskes Experiment persönlicher Machtlust. Doch Ubus Herrschaft ist ebenso größenwahnsinnig wie instabil. Im Krieg gegen Russland wird er gestürzt, flieht nach Frankreich und entdeckt dort plötzlich eine neue Überzeugung: Nur in der Sklaverei liege die wahre Freiheit.

Mit „König Ubu“ schuf Alfred Jarry eine der radikalsten Figuren der Theatermoderne. Ubu ist Tyrann, Clown, Monster und Karikatur zugleich – eine maßlose Gestalt, in der sich Machtmissbrauch, politische Dummheit und hemmungslose Selbstbereicherung bündeln. Das Stück sprengte schon bei seiner Uraufführung die Regeln des bürgerlichen Theaters und wirkt bis heute verstörend aktuell.

In seiner überdrehten Komik legt „König Ubu“ die Mechanismen autoritärer Herrschaft offen: Gewalt wird zur Routine, Sprache zur Verdrehung, Ideologie zur Farce. So entsteht ein Theaterabend zwischen Groteske, Abgrund und politischer Schärfe – wild, böse und erschreckend gegenwärtig.
Premiere 16. Oktober 2026

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