Was wäre, wenn ein ganzes Dorf beschließen würde, einfach von der Landkarte zu verschwinden? Mit „Nincshof“ bringt das Kultur Kongress Zentrum Eisenstadt die erfolgreiche Romanvorlage von Johanna Sebauer als ebenso humorvolle wie hintergründige Bühnenfassung auf die Bühne. Die burgenländische Eigenproduktion verbindet skurrilen Witz mit einer liebevollen Betrachtung des Lebens am Rand der großen Welt.
Im Mittelpunkt steht das kleine Dorf Nincshof an der österreichisch-ungarischen Grenze. Dort verfolgt eine Gruppe von Männern, die sich selbst „die Oblivisten“ nennt, einen ungewöhnlichen Plan: Das Dorf soll vergessen werden. Keine Aufmerksamkeit mehr, keine Touristen, kein hektischer Fortschritt – stattdessen Ruhe, Freiheit und ein Leben außerhalb der Wahrnehmung der Welt. Für die Umsetzung ihres Vorhabens holen sie sich Unterstützung von Erna Rohdiebl, einer älteren Dorfbewohnerin mit scharfem Verstand und einer gesunden Portion Skepsis.
Während Straßenschilder verschwinden, Veranstaltungen abgesagt und neugierige Besucher ferngehalten werden, nimmt ein turbulenter Sommer seinen Lauf. Doch wie so oft läuft nicht alles nach Plan. Neue Bewohner aus der Stadt sorgen für unerwartete Komplikationen und stellen die ehrgeizigen Pläne der Oblivisten auf die Probe.
Die Bühnenfassung erzählt mit viel Charme von Gemeinschaft, Heimat und der Sehnsucht nach einem entschleunigten Leben. Gleichzeitig wirft sie augenzwinkernd die Frage auf, ob ein Rückzug aus der modernen Welt überhaupt möglich ist. Zwischen burgenländischem Lokalkolorit, skurrilen Einfällen und liebenswerten Figuren entsteht eine ebenso komische wie nachdenkliche Geschichte über das Verschwinden – und darüber, warum Menschen manchmal gerade dadurch sichtbar werden.
Regisseurin Lisa-Maria Cerha bringt den Bestseller gemeinsam mit einem hochkarätigen Ensemble und Musik von Ferry Janoska als unterhaltsames Theatererlebnis auf die Bühne, das Humor und Gesellschaftsbeobachtung gekonnt miteinander verbindet.
6. November 2026






