Die Münchner Opernfestspiele der Bayerischen Staatsoper zählen zu den traditionsreichsten und zugleich künstlerisch vielseitigsten Musiktheaterfestivals Europas. Im Juli 2026 wird München erneut zur Bühne für ein dichtes Programm aus Oper, Ballett, Konzert, Recitals und Open-Air-Formaten, das die gesamte Bandbreite des Hauses sichtbar macht.
Nach dem großen Jubiläumsjahr 2025 – 150 Jahre nach dem „Festlichen Sommer“, der als Ursprung der heutigen Festspiele gilt – setzt die Ausgabe 2026 diese Tradition mit neuer programmatischer Klarheit fort. Der Bogen des Repertoires spannt sich dabei von der Barockoper bis zur zeitgenössischen Musik: Georg Friedrich Händels „Alcina” eröffnet als Festspielpremiere im Prinzregententheater den Reigen historischer Klangwelten, während zentrale Werke des 19. Jahrhunderts und der Moderne das Rückgrat des Spielplans bilden. Einen besonderen Akzent setzt Brett Deans Oper „Of One Blood”, eine Auftragsarbeit der Bayerischen Staatsoper, die als Wiederaufnahme ins Nationaltheater zurückkehrt. Das Werk um den historischen Konflikt zwischen Mary Stuart und Elizabeth I verbindet Musiktheater, politische Intrige und existenzielle Fragen nach Macht und Verantwortung. Mit der Premiere von Richard Wagners „Die Walküre” setzen Regisseur Tobias Kratzer und Dirigent Vladimir Jurowski ihre viel beachtete Zusammenarbeit am neuen Münchner „Ring des Nibelungen“ fort und führen den zyklischen Ansatz der Staatsoper konsequent weiter.

Der Freischütz © W.Hösl
Auch das Ballett trägt 2026 einen eigenen programmatischen Schwerpunkt: Konstellationen vereint klassische und zeitgenössische Choreografien und spiegelt damit die stilistische Offenheit der Compagnie. Ergänzt wird das Festspielprogramm durch Liederabende und Kammerkonzerte, die bewusst intime Begegnungen mit Musik, Künstlerinnen und Künstlern ermöglichen. Neben den großen Produktionen öffnet die Bayerische Staatsoper mit dem Format Festspiel-Fokus einen diskursiven Raum. Unter dem Titel „Plädoyers“ werden vor ausgewählten Vorstellungen zentrale moralische und gesellschaftliche Fragen der jeweiligen Werke beleuchtet. Im Mittelpunkt stehen Figuren, deren Handlungen zwischen Recht und Unrecht, Freiheit und Gesetz, individueller Entscheidung und gesellschaftlicher Norm oszillieren – von Wotan in „Die Walküre” über Leonore in Beethovens „Fidelio” bis zu Max in Webers „Der Freischütz”. Auch Opern wie „Die Kameliendame” oder Deans „Of One Blood” werden so als Spiegel ethischer Grenzsituationen gelesen. Die Münchner Opernfestspiele 2026 verbinden damit große musikalische Tradition mit reflektierter Gegenwartsnähe. Sie verstehen Musiktheater nicht nur als ästhetisches Ereignis, sondern auch als Anlass zur Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen menschlichen Handelns.
18. Juni bis 31. Juli 2026
www.staatsoper.de


