Bettina Heinen-Ayech (1937–2020) gehört zu den strahlenden Figuren der deutschen Kunstgeschichte. Schon als 18-Jährige erregte sie internationale Aufmerksamkeit, als sie an der ersten großen Kunstausstellung der jungen Bundesrepublik neben Künstler:innen wie Paul Klee, Karl Schmidt-Rottluff und Käthe Kollwitz ausstellte. Geboren und aufgewachsen in der Solinger Künstlerkolonie „Schwarzes Haus“, lernte sie hier das Malen im Freien – die Pleinair-Technik – und entwickelte ihren unverwechselbaren Aquarellstil. Licht, Farbe und Stimmung hielt sie direkt auf Papier und Leinwand fest, stets getrieben von Neugier, Mut und einer unbändigen Lust am Entdecken. Die aktuelle Ausstellung Bettina Heinen-Ayech und die Künstlerkolonie Solingen in der Wasserburg Haus Graven in Langenfeld bringt ihr Werk wieder ins Rampenlicht. Ergänzt werden Heinen-Ayechs Werke durch Arbeiten weiterer Künstlerinnen und Künstler der historischen Solinger Künstlerkolonie wie Erwin Bowien (1899–1972) und Amud Uwe Millies (1932–2008). Die Wasserburg, die auf das 14. Jahrhundert zurückgeht, ist nicht nur ein beeindruckender Ausstellungsort, sondern auch selbst ein Stück künstlerischer Inspiration: Viele Koloniekünstler haben sie bereits als Motiv verwendet. Die Nähe des Ausstellungsortes zur Kolonie macht den Besuch zu einer Reise durch Leben, Werk und Umgebung der Künstlerinnen und Künstler.
12. April bis 5. Juli 2026

Bettina Heinen-Ayech, Sommergewitter in Algerien, 1971
Die Solinger Künstlerkolonie „Schwarzes Haus”
Die Künstlerkolonie Solingen entstand nach dem Zweiten Weltkrieg und setzte bewusst auf gegenständliche Malerei – gegen den Trend zur Abstraktion. Porträts, Stadtansichten, Landschaften: alles direkt vor Ort gemalt, um Licht, Atmosphäre und die Eigenheiten des Ortes vollständig einzufangen. Zusammen mit Erwin Bowien und Amud Uwe Millies bildete Heinen-Ayech das bedeutende „Maler-Dreigestirn“ der Kolonie und machte sie weit über Nordrhein-Westfalen hinaus bekannt.
Heute ist die Künstlerkolonie „Schwarzes Haus“ nicht nur regional, sondern international vernetzt. Als Mitglied der European Federation of Artist Colonies – euroart und Teil der Kulturroute des Europarats „Impressionisms Routes©“ steht sie für den europäischen Dialog der Kunstgeschichte. Besucherinnen und Besucher erleben hier lebendige Pleinair-Tradition, historische Künstlerkolonie und internationale Anerkennung in einem.
bettina-heinen-ayech-foundation.com
www.haus-graven.de





