Das Festival Jordi Savall verwandelt Tarragona in einen Ort musikalischer Entdeckungen. Wenn Musik Geschichte erzählt, Sterne zum Klingen bringt und jahrhundertealte Mauern zu Resonanzräumen werden, dann ist wieder Festivalzeit in Tarragona. Vom 10. bis 16. August 2026 lädt das Festival Jordi Savall zu einer außergewöhnlichen Begegnung mit Alter Musik ein. In den ehrwürdigen Gemäuern des Reial Monestir de Santes Creus, des Monestir de Poblet sowie in ausgewählten Kirchen von Montblanc und Alcover entsteht eine einzigartige Verbindung von Architektur, Geschichte und Klang.
Benannt nach seinem Gründer, dem katalanischen Gambisten, Dirigenten und Musikforscher Jordi Savall, zählt das Festival heute zu den bedeutendsten Veranstaltungen für Alte Musik in Europa. Savall hat sich seit Jahrzehnten der Wiederentdeckung musikalischer Schätze verschrieben und verbindet historische Aufführungspraxis mit einem offenen Blick auf kulturelle Begegnungen. Genau dieser Geist prägt auch das Festivalprogramm.
Die Konzerte führen das Publikum auf musikalische Reisen durch Epochen und Kontinente. Renaissance und Barock begegnen westafrikanischen Traditionen, historische Ereignisse werden zu Klangbildern, wissenschaftliche Ideen erhalten eine musikalische Dimension. Im Mittelpunkt stehen Erzählungen, die weit über reine Konzertabende hinausreichen. So erinnert ein Programm an die erste Weltumsegelung und macht hörbar, wie eng Kulturgeschichte und musikalischer Austausch miteinander verbunden sind. Eine Hommage an Nikolaus Kopernikus wiederum schlägt Brücken zwischen Wissenschaft und Kunst.

Jordi SAVALL © David Ignaszewski
Zu den besonderen Höhepunkten zählt ein Konzert rund um das Thema Sonnenfinsternis. Hier verschmelzen Naturphänomen und Musik zu einem eindrucksvollen Gesamterlebnis. Die Verbindung von Himmel und Erde, von Beobachtung und Emotion, wird dabei auf faszinierende Weise erfahrbar.
Das Festival versammelt zahlreiche renommierte Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt. Neben Jordi Savalls Ensembles sind unter anderem die Sopranistin Núria Rial, die Cembalistin Olga Pashchenko, das Euskal Barrokensemble, Eloqventia, Tcha Limberger und das Budapest Gypsy Ensemble zu erleben. Auch die Königliche Kapelle von Katalonien, Vokalsolistinnen und -solisten aus Polen sowie das Ensemble „Les Musiciennes du Concert des Nations“ bereichern das Programm.
Was das Festival Jordi Savall besonders macht, ist die intensive Atmosphäre seiner Spielorte. Die mittelalterlichen Klöster und Kirchen werden nicht nur zu Konzertsälen, sondern zu lebendigen Zeugen europäischer Kulturgeschichte. In diesem Zusammenspiel aus Raum, Geschichte und Musik entsteht ein Erlebnis, das weit über den Augenblick hinauswirkt. So wird Tarragona im August für eine Woche zu einem Ort künstlerischer Entdeckungen – und zu einem eindrucksvollen Beweis dafür, dass Musik Grenzen von Zeit, Sprache und Kultur überwinden kann.
10. bis 16. August 2026
https://festival.jordisavall.com
















