Eine große Sonderschau im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) widmet sich Wilhelm Lehmbruck und rückt insbesondere die letzten, existenziell geprägten Jahre seines Schaffens in den Mittelpunkt.

Die enge Verbindung zwischen Wilhelm Lehmbruck und dem Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) reicht bis in die frühen Jahre des 20. Jahrhunderts zurück. Bereits ab 1914 stand der damalige Museumsdirektor Max Sauerlandt in persönlichem Kontakt mit dem Künstler und tätigte erste Ankäufe für die Sammlung. Anders als in vielen anderen deutschen Museen blieben die Werke auch während der Zeit des Nationalsozialismus erhalten und wurden 1937 nicht als „entartet“ beschlagnahmt. Heute umfasst der bedeutende Bestand fünf plastische und fünfzehn grafische Arbeiten. Bereits 1981 würdigte das Museum Lehmbruck mit einer umfassenden Werkschau, an die die aktuelle Ausstellung nun anknüpft.

Im Zentrum steht erstmals Lehmbrucks intensive Schaffensphase der Jahre 1914 bis 1919, die er in Berlin und Zürich verbrachte. Geprägt von den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs und seiner Tätigkeit als Sanitäter in einem Berliner Lazarett, wandte sich der Künstler existenziellen Fragen des Menschseins zu. In seinen Plastiken entwickelte er eine neue, reduzierte und zugleich eindringliche Formensprache, die durch ihre stille, fast poetische Ausdruckskraft besticht.

Viele der Werke spiegeln die unmittelbare Konfrontation mit Leid und Tod wider, doch im Kern thematisieren sie die Verletzlichkeit des Menschen und seine Fähigkeit zu Empfindungen wie Trauer, Verzweiflung und Mitgefühl. Diese emotionale Tiefe verleiht Lehmbrucks Arbeiten eine zeitlose Wirkung. Zugleich verweist die Ausstellung auch auf die persönliche Tragik des Künstlers, der 1919 in Berlin seinem Leben ein Ende setzte – ein biografischer Einschnitt, der die Intensität seines Spätwerks eindrücklich unterstreicht.
26. März bis 28. Juni 2026

www.kunstmuseum-moritzburg.de