Mit Engelbert Humperdincks „Königskinder“ bringt das Saarländische Staatstheater im Januar 2027 eine selten gespielte Märchenoper auf die Bühne. Anders als in „Hänsel und Gretel“ führt Humperdinck sein Publikum hier in eine märchenhafte Welt, deren Geschichte jedoch von gesellschaftlicher Ausgrenzung, enttäuschter Hoffnung und der Sehnsucht nach Menschlichkeit geprägt ist.
Im Mittelpunkt stehen zwei junge Menschen: eine Gänsemagd, die abgeschieden von der Welt bei einer Hexe aufwächst, und ein Königssohn, der unerkannt durch das Land zieht. Als sich ihre Wege kreuzen, verlieben sie sich ineinander und träumen von einem gemeinsamen Leben.
Zur gleichen Zeit wartet die Bevölkerung auf einen neuen Herrscher. Der soll, so wurde es angekündigt, zur Mittagsstunde vor den Toren der Stadt erscheinen. Doch als dort lediglich die Gänsemagd steht, weigern sich die Menschen, in ihr eine zukünftige Königin zu erkennen. Auch der Königssohn bleibt für sie ein gewöhnlicher Fremder.
Die beiden jungen Menschen werden verspottet und schließlich aus der Stadt vertrieben. Ihre Hoffnung auf eine andere, menschlichere Gesellschaft zerbricht an einer Gemeinschaft, die nicht bereit ist, hinter Äußerlichkeiten und gesellschaftliche Vorstellungen zu blicken. Die Flucht führt das Paar schließlich in einen winterlichen Wald.
Humperdinck schuf „Königskinder“ zunächst als Melodram und überarbeitete das Werk später grundlegend zur Oper, die 1910 an der Metropolitan Opera in New York uraufgeführt wurde. Die Partitur verbindet märchenhafte Klangwelten mit spätromantischer Orchesterfülle und einer tragischen Geschichte, die sich deutlich von der versöhnlicheren Welt von „Hänsel und Gretel“ unterscheidet.
In Saarbrücken übernimmt Angela Denoke die Inszenierung. Bühne und Kostüme gestaltet Susana Mendoza, die Choreografie stammt von Fabio Toraldo. Unter der musikalischen Leitung von Justus Thorau entsteht damit ein Musiktheaterabend über zwei junge Menschen, deren Traum von Liebe und Veränderung an einer Gesellschaft scheitert, die das Besondere nicht erkennen kann.
Premiere 30. Januar
weitere Aufführungen: 5., 21. und 24. Februar, 3. März, 23. und 27. April, 9. und 27. Mai sowie 12. Juni 2027










