Was geschieht, wenn ausgerechnet der mächtigste Mann eines Weltreichs kein Interesse daran hat, seine Macht zu erhalten? In Friedrich Dürrenmatts „Romulus der Grosse“ wird der Untergang des Römischen Reiches zur ebenso bissigen wie klugen Komödie über Politik, Verantwortung und die Absurditäten der Macht.

Romulus, der letzte Kaiser Roms, verbringt seine Tage lieber mit der Zucht seiner Hühner als mit Staatsgeschäften. Während die germanischen Truppen immer näher rücken und seine Berater verzweifelt nach Lösungen suchen, bleibt er gelassen. Weder politische Intrigen noch wirtschaftliche Rettungsversuche können ihn dazu bewegen, das Reich zu verteidigen. Denn Romulus verfolgt einen eigenen Plan: Er möchte den Untergang eines Imperiums zulassen, das seiner Überzeugung nach längst zu einem Instrument von Gewalt, Unterdrückung und Ausbeutung geworden ist.

Doch als die Germanen schließlich vor seiner Tür stehen, nimmt die Geschichte eine überraschende Wendung. Der vermeintliche Zusammenbruch der alten Ordnung führt nicht automatisch zu einer besseren Zukunft, und auch die Sieger tragen ihre eigenen Ängste und Widersprüche in sich.

Mit scharfem Humor und philosophischer Tiefe entwirft Friedrich Dürrenmatt eine „ungeschichtliche historische Komödie“, die weit über ihren historischen Rahmen hinausweist. Hinter den pointierten Dialogen und absurden Situationen verbirgt sich eine zeitlose Reflexion über Macht, Moral und die Frage, ob politische Systeme an ihren Gegnern oder an ihren eigenen Widersprüchen scheitern.

„Romulus der Grosse“ verbindet intelligente Satire mit überraschender Aktualität und zeigt, wie dünn die Grenze zwischen Stärke und Ohnmacht, Herrschaft und Resignation sein kann. Ein ebenso unterhaltsamer wie nachdenklicher Theaterabend über die großen Fragen von Politik und Verantwortung.
Stadttheater Solothurn
Premiere 18. September
weitere Aufführungen: 20. und 22. September, 21., 22. und 23. Oktober, 31. Dezember 2026, 2. Januar 2027

Stadttheater Biel
Premiere 6. Oktober
weitere Aufführungen: 7. und 8. Oktober, 18. und 19. Dezember 2026

www.tobs.ch