Mit „House of Hopes“ begibt sich Rimini Protokoll auf die Spuren eines historischen Aufbruchs und fragt danach, was von der Hoffnung auf politische Veränderung geblieben ist. Ausgehend vom Jahr 1989 führt die Uraufführung das Publikum durch die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und verbindet persönliche Erinnerungen aus unterschiedlichen Teilen der Welt mit der Frage nach der gesellschaftlichen Kraft von Hoffnung.

Am 7. Oktober 1989 feiert die DDR auf der Berliner Karl-Marx-Allee mit einer Militärparade ihr 40-jähriges Bestehen. Gleichzeitig versammeln sich im Seitenfoyer der Volksbühne Vertreterinnen und Vertreter der Ostberliner Theater. Nur wenige Wochen später wird daraus die große Demonstration vom 4. November auf dem Alexanderplatz, an der Hunderttausende Menschen teilnehmen.

Doch der politische Aufbruch jener Zeit beschränkt sich nicht auf Berlin. Ende der 1980er Jahre ziehen die letzten sowjetischen Truppen aus Afghanistan ab, in China gehen Zehntausende Studierende auf die Straße, Namibia bereitet sich auf freie Wahlen vor und in Südkorea beginnt die Auseinandersetzung mit Jahrzehnten der Militärdiktatur. In zahlreichen Ländern scheint plötzlich eine Zukunft mit mehr politischer Teilhabe, Bewegungsfreiheit und Selbstbestimmung möglich.

„House of Hopes“ greift diese weltweiten Erfahrungen auf und macht die Volksbühne selbst zum Schauplatz. Die Besucherinnen und Besucher beginnen ihre Reise im Kassenfoyer und bewegen sich über Treppen und Foyers durch das Gebäude bis in die Gegenwart. Zehn autobiografische Erzählungen aus unterschiedlichen Ländern begegnen einander und erzählen von politischen Umbrüchen, enttäuschten Erwartungen und der Hoffnung auf Veränderung.

Dabei reicht der Blick von der Kampagne gegen die Diktatur Augusto Pinochets in Chile über die Freiheitsbewegungen in Polen und Rumänien bis in den Iran nach dem Tod Ruhollah Khomeinis. Die historischen Erfahrungen führen schließlich zurück in die Gegenwart und zu einer grundlegenden Frage: Ist Hoffnung lediglich das Warten auf eine bessere Zukunft – oder kann aus ihr die Kraft entstehen, diese Zukunft selbst zu gestalten?

Konzept und Regie stammen von Stefan Kaegi und Daniel Wetzel von Rimini Protokoll. Bühne und Kostüme gestaltet Lili Anschütz, für das Videodesign zeichnet Grit Schuster verantwortlich, Musik und Sounddesign stammen von Nikolaus Neecke. „House of Hopes“ ist eine Koproduktion von Rimini Protokoll und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.
Uraufführung 1. Oktober 2026
weitere Aufführungen: 4., 5., 14. und 23. Oktober 2026

www.volksbuehne-berlin.de