Mit Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos“ bringt die Wiener Staatsoper ein Werk auf die Bühne, das Oper, Theater und Komödie auf raffinierte Weise miteinander verbindet und dabei zwischen Ironie und existenzieller Tiefe oszilliert.

„Ariadne auf Naxos“ zählt zu den außergewöhnlichsten Werken von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal. Die Oper verbindet eine antike Mythengeschichte mit einer komödiantischen Theaterhandlung und spielt bewusst mit den Grenzen zwischen Hochkunst und Unterhaltung. Im Zentrum steht die Begegnung zweier völlig unterschiedlicher Welten: einer ernsten Oper um die verlassene Ariadne und einer turbulenten Komödiantentruppe rund um Zerbinetta.

Aus diesem Spannungsverhältnis entwickelt sich ein ebenso kluges wie vielschichtiges Musiktheater, das die Frage nach Sinn, Liebe und künstlerischem Ausdruck immer wieder neu verhandelt. Während Ariadne in tiefer Einsamkeit auf Erlösung hofft, begegnet Zerbinetta dem Leben mit Leichtigkeit und ironischer Distanz. Strauss verwandelt diesen Gegensatz in eine Musik voller Eleganz, Virtuosität und emotionaler Farbigkeit.

Die Wiener Staatsoper präsentiert das Werk in einer Neuinszenierung von Barrie Kosky unter der musikalischen Leitung von Franz Welser-Möst. Mit Künstlern wie Kate Lindsey als Komponist, Serena Sáenz als Zerbinetta sowie Golda Schultz in der Titelrolle versammelt die Produktion eine hochkarätige Besetzung, die den unterschiedlichen Charakteren des Stücks große Ausdruckskraft verleiht.

Musikalisch entfaltet Strauss eine faszinierende Balance zwischen kammermusikalischer Transparenz und opulenter Klangsprache. Humorvolle Ensembleszenen stehen neben lyrischer Innigkeit und großen emotionalen Steigerungen. Gerade diese Verbindung aus Theaterillusion, Selbstreflexion und musikalischer Raffinesse macht „Ariadne auf Naxos“ bis heute zu einem der faszinierendsten Werke des Opernrepertoires.
Premiere 22. November 
weitere Aufführungen: 25. und 28. November, 1. und 5. Dezember 2026, 17., 21. und 24. April 2027

www.wiener-staatsoper.at