Mit Pjotr Tschaikowskis „Pique Dame“ eröffnet die Staatsoper Hannover im September 2026 ihre neue Opernsaison. Nach Alexander Puschkins gleichnamiger Erzählung entfaltet sich ein düsteres Psychodrama über Liebe, gesellschaftlichen Aufstieg und eine Spielsucht, die für den Außenseiter Hermann zunehmend zur alles beherrschenden Obsession wird.
Hermann ist heimlich in Lisa verliebt. Auch sie empfindet etwas für ihn, doch einer gemeinsamen Zukunft steht zunächst Fürst Jelezki im Weg, den Lisa heiraten soll. Für Hermann kommt ein weiteres Hindernis hinzu: Er besitzt keinerlei Vermögen und erlebt sich als Außenseiter in einer Gesellschaft, in der Geld darüber entscheidet, wer dazugehört.
Seine Situation scheint sich zu verändern, als er von einem geheimnisvollen Geheimnis erfährt. Lisas Großmutter, die alte Gräfin, soll einst durch das Wissen um drei ganz bestimmte Spielkarten zu Reichtum gelangt sein. Die Vorstellung, dieses Geheimnis zu erfahren und damit selbst zu Vermögen zu kommen, lässt Hermann nicht mehr los.
Was zunächst wie die Hoffnung auf gesellschaftlichen Aufstieg erscheint, entwickelt sich immer stärker zu einer zerstörerischen Obsession. Hermann dringt zur Gräfin vor und verlangt von ihr die drei Karten zu erfahren. Als sie sich weigert, bedroht er sie – und die alte Frau stirbt vor Schreck.
Doch selbst ihr Tod beendet Hermanns Besessenheit nicht. In einer gespenstischen Erscheinung scheint die Gräfin ihm schließlich tatsächlich das Geheimnis zu verraten: Drei, Sieben und Ass sollen ihm beim Kartenspiel den großen Gewinn bringen. Hermann glaubt nun, seinem ersehnten Reichtum unmittelbar gegenüberzustehen.
Gleichzeitig zerbricht seine Beziehung zu Lisa. Statt der erhofften Liebe bestimmt zunehmend das Glücksspiel sein Denken und Handeln. Im Spielsaal setzt Hermann schließlich alles auf die vermeintlich sicheren Karten – doch ausgerechnet die letzte Karte führt ihn in die Katastrophe.
Pjotr Tschaikowski komponierte „Pique Dame“ nach einem Libretto seines Bruders Modest Tschaikowski. Die 1890 in St. Petersburg uraufgeführte Oper entstand innerhalb weniger Wochen und zählt heute zu den bedeutendsten Werken des russischen Opernrepertoires. Tschaikowskis Musik verbindet große emotionale Ausbrüche mit einer zunehmend düsteren Atmosphäre, die Hermanns psychischen Verfall unmittelbar erfahrbar macht.
In Hannover übernimmt Generalmusikdirektor Francesco Angelico die musikalische Leitung. Xavier Moreno ist als Hermann zu erleben, Kiandra Howarth singt Lisa und die international renommierte Sopranistin Helen Donath übernimmt die Partie der Gräfin. Max Dollinger und Matteo Guerzè sind als Fürst Jelezki zu erleben, Philipp Jekal als Graf Tomski.
So wird „Pique Dame“ an der Staatsoper Hannover zu einem Psychodrama über einen Menschen, der glaubt, mit dem richtigen Geheimnis sein gesellschaftliches Schicksal überwinden zu können – und dabei immer tiefer in eine Welt aus Gier, Spielsucht und Selbstzerstörung gerät.
Premiere 12. September 2026
weitere Aufführungen: 17. und 26. September, 4., 9. und 21. Oktober sowie 7. und 15. November 2026

