Mit Gaspare Spontinis „La Vestale“ eröffnet die Staatsoper Unter den Linden ihre Premierenserie der Spielzeit 2026/27. Das einst gefeierte Werk verbindet große französische Operntradition mit einem zeitlosen Konflikt zwischen gesellschaftlicher Ordnung, persönlicher Freiheit und einer Liebe, die sich gegen starre Gesetze behaupten muss.
Im Mittelpunkt steht die Vestalin Julia, die einem strengen religiösen Gesetz unterworfen ist und das heilige Feuer der Göttin Vesta bewachen soll. Doch ihre Liebe zu Licinius bringt sie in einen unauflöslichen Konflikt zwischen Pflicht und persönlichem Verlangen. Als Julia bereit ist, die ihr auferlegten Regeln zu brechen, stellt sie sich nicht nur gegen die religiöse Ordnung, sondern gegen ein System, das individuelle Gefühle der eigenen Macht unterordnet.
Gaspare Spontini feierte mit „La Vestale“ bei der Uraufführung 1807 in Paris einen seiner größten Erfolge. Groß angelegte Chorszenen, eindrucksvolle instrumentale Effekte und Ballettmusik machten das Werk zu einer der bedeutenden Opern des 19. Jahrhunderts. Auch mit Berlin ist der Komponist eng verbunden: Von 1820 bis 1841 wirkte Spontini als Preußischer Generalmusikdirektor an der Königlichen Oper.
Für die Neuproduktion an der Staatsoper Unter den Linden übernimmt Lydia Steier die Inszenierung und rückt die Mechanismen eines autokratischen Regimes in den Mittelpunkt. Die musikalische Leitung liegt zunächst bei Carlo Rizzi, während Sonya Yoncheva als Julia und David Butt Philip als Licinius zu erleben sind. Marina Prudenskaya übernimmt die Partie der Obersten Vestalin.
So kehrt mit „La Vestale“ nicht nur ein bedeutendes Werk der Operngeschichte auf die Berliner Bühne zurück, sondern auch eine Oper, deren Fragen nach Macht, Gehorsam und individueller Freiheit bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben.
Premiere 26. September 2026
weitere Aufführungen: 30. September, 3., 6. und 9. Oktober 2026 sowie 30. April, 6. und 8. Mai 2027











