Ein Klavier, vier Saxofone und ein Programm zwischen Romantik, Jazz und zeitgenössischer Musik: Fazıl Say und das SIGNUM Saxophonquartett eröffnen im Schlosstheater Celle ungewöhnliche Perspektiven auf bekannte Meisterwerke. Eine Welturaufführung des türkischen Pianisten und Komponisten bildet einen besonderen Höhepunkt.

Fazıl Say gehört zu den eigenständigsten Künstlerpersönlichkeiten der internationalen Klassikszene. Als Pianist begeistert er mit einer temperamentvollen, oft überraschend unmittelbaren Interpretationsweise. Gleichzeitig hat er sich als Komponist einen Namen gemacht, dessen Werke Einflüsse aus der europäischen Kunstmusik, türkischen Musiktraditionen und dem Jazz aufnehmen. Diese Vielseitigkeit prägt auch seine Zusammenarbeit mit dem SIGNUM Saxophonquartett.

Das international erfolgreiche Ensemble besteht aus Michal Knot am Sopransaxofon, Jacopo Taddei am Altsaxofon, Alan Lužar am Tenorsaxofon und Edoardo Zotti am Baritonsaxofon. Seit seinem Debüt in der New Yorker Carnegie Hall 2013 hat sich das Quartett mit einer außergewöhnlichen Repertoirevielfalt etabliert. Die Musiker widmen sich klassischen Kompositionen ebenso wie zeitgenössischen Werken und Bearbeitungen, die das klangliche Potenzial ihrer Instrumente neu erschließen.

Den romantischen Ausgangspunkt des Konzertprogramms bildet Robert Schumanns Klavierquintett in Es-Dur op. 44. Das 1842 entstandene Werk gehört zu den bedeutendsten Kammermusikkompositionen des 19. Jahrhunderts. In der Bearbeitung für Klavier und Saxophonquartett erhält Schumanns Musik eine andere Klangfarbe: An die Stelle des traditionellen Streichquartetts treten vier Blasinstrumente, deren Ausdrucksmöglichkeiten von samtiger Wärme bis zu kraftvoller Brillanz reichen.

Besonders gespannt darf das Publikum auf eine neue Komposition von Fazıl Say sein. Das eigens für Saxophonquartett geschriebene Auftragswerk erlebt 2027 seine Welturaufführung. Darüber hinaus ist ein Solowerk des Komponisten vorgesehen, dessen genaue Auswahl noch bekanntgegeben wird.

Zum Abschluss begegnen sich klassische Konzerttradition und amerikanischer Jazz in George Gershwins „Rhapsody in Blue“. Seit ihrer Uraufführung 1924 zählt die Komposition zu den berühmtesten musikalischen Grenzgängern des 20. Jahrhunderts. Ihre Verbindung aus bluesgeprägten Melodien, synkopierten Rhythmen und virtuosen Klavierpassagen entfaltet in der Besetzung mit Saxophonquartett einen besonderen Reiz.
19. Januar 2027

schlosstheater-celle.de