Wenn sich im August die Abendluft über dem Südburgenland mit Musik füllt und das Schloss Tabor in warmem Licht erstrahlt, beginnt eine jener Jahreszeiten, in denen Kultur nicht nur erlebt, sondern gespürt wird. Eingebettet in die sanfte Landschaft bei Neuhaus am Klausenbach haben sich die Festspiele auf Schloss Tabor längst als Fixpunkt im europäischen Kultursommer etabliert – als Ort, an dem Oper und Operette im Grünen ihre ganz eigene Magie entfalten. 2026 steht ganz im Zeichen der Walzerseligkeit, Verwechslung und Wiener Temperament – gespielt wird Johann Strauss ‚ weltberühmte Operette „Wiener Blut“.
Wenn sich im August die Dämmerung über Schloss Tabor legt und die ersten Walzerklänge durch den Schlosshof ziehen, ist rasch klar: Hier regiert das Wiener Blut. Mit Johann Strauss’ gleichnamiger Operette bringen die Festspiele 2026 ein Werk auf die Bühne, das wie kaum ein anderes Charme, Ironie und musikalische Lebenslust vereint – und zugleich ein hinreißendes Porträt menschlicher Schwächen entwirft.
Wiener Blut spielt zur Zeit des Wiener Kongresses und entfaltet sein komödiantisches Feuerwerk rund um Graf Balduin Zedlau. Dieser hat standesgemäß geheiratet – doch seine junge Frau Gabriele, eine echte Wienerin, empfindet ihren Gatten als unerquicklich langweilig. Was sie nicht ahnt: In Wien selbst zeigt Graf Zedlau ein ganz anderes Gesicht. Hier genießt er das Leben in vollen Zügen und pflegt gleich mehrere amouröse Beziehungen, darunter zur lebenslustigen Tänzerin Franziska Cagliari. Als Gabriele ihrem Mann überraschend in die Hauptstadt folgt, beginnt ein raffiniertes Spiel aus Verwechslungen, Maskeraden und falschen Identitäten.

Schloss Tabor, einer der schönsten Orte im Südburgenland © Festspiele Schloss Tabor
Der Versuch des Grafen, seine Eskapaden zu vertuschen, verstrickt ihn immer tiefer in ein Netz aus Missverständnissen. Hinzu kommt ein überforderter, naiv-ehrenwerter Premierminister, der Ordnung schaffen will – und dabei genau das Gegenteil erreicht. Zwischen Bällen, Soireen und nächtlichen Rendezvous geraten Moral, Ehe und gesellschaftliche Konventionen gehörig ins Wanken. Doch wie es sich für eine klassische Operette gehört, löst sich am Ende alles im Walzertakt: Täuschungen fliegen auf, Paare finden wieder zusammen, und die Musik triumphiert über jede Verwirrung.
Musikalisch ist Wiener Blut ein Fest der Wiedererkennung. Adolf Müller junior fügte aus über dreißig Kompositionen von Johann Strauss ein schillerndes Pasticcio zusammen – darunter weltberühmte Walzer, Polkas und Ensembleszenen. Die Musik trägt die Handlung mit federnder Eleganz, mal schwärmerisch, mal spöttisch, stets von jener unverwechselbaren Mischung aus Melancholie und Überschwang, die den Wiener Walzer prägt.
In der einzigartigen Freiluftkulisse von Schloss Tabor entfaltet diese Operette ihre volle Wirkung. Ohne elektronische Verstärkung, in direktem Kontakt mit dem Orchester, verschmelzen Gesang, Musik und Sommerabend zu einem Erlebnis, das Nähe schafft und Leichtigkeit vermittelt. Wiener Blut erweist sich dabei nicht nur als nostalgischer Operettenklassiker, sondern als kluge, humorvolle Gesellschaftskomödie über Begehren, Schein und Selbstinszenierung – zeitlos, verspielt und voller musikalischer Energie.
5. bis 16. August 2026

Global Kryner © Astrid Bartl
Doch der Sommer auf Schloss Tabor ist mehr als Operette. Bereits am 7. Juli sorgt Global Kryner mit „2nd Love“ für musikalische Grenzgänge zwischen Oberkrainer-Sound, Jazz und Pop. Nach ihrem gefeierten Comeback bringt die Band neue „Verkrynerungen“ und eigens komponierte Songs mit – verspielt, virtuos und voller Humor.
Vom 27. August bis 6. September 2026 übernimmt das Uhudlerlandestheater die Bühne und schickt mit „Orpheus – Wo geht’s denn hier zur Unterwelt?“ eine respektlose, temporeiche Version des antiken Mythos ins Rennen. Zwischen Olymp und Unterwelt, alter Ordnung und neuer öffentlicher Meinung entsteht ein turbulentes Musiktheater, das mit Ironie, Witz und dem legendären Höllen-Cancan endet.So wird Schloss Tabor im Sommer 2026 erneut zum Treffpunkt für Kulturgenuss unter freiem Himmel: ein Ort, an dem große Melodien, zeitlose Geschichten und burgenländische Sommernächte zu einem unvergesslichen Erlebnis verschmelzen.






