Mit Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos“ bringt das Staatstheater Mainz im Januar 2027 eines der raffiniertesten Werke des Komponisten auf die Bühne. Gemeinsam mit seinem Librettisten Hugo von Hofmannsthal schuf Strauss eine „Oper über die Oper“, in der große Tragödie und ausgelassene Komödie unvermittelt aufeinandertreffen.
Ausgangspunkt ist der ungewöhnliche Auftrag eines reichen Hausherrn. Für seine Gäste sollen zunächst die ernste Oper „Ariadne auf Naxos“ und anschließend eine heitere Komödie aufgeführt werden. Kurz vor Beginn folgt jedoch eine neue Anweisung: Beide Stücke müssen gleichzeitig gespielt werden, damit das geplante Feuerwerk pünktlich beginnen kann.
Für den jungen Komponisten ist diese Entscheidung eine Katastrophe. Sein ernst gemeintes Kunstwerk soll plötzlich mit den Auftritten Zerbinettas und ihrer Komödiantentruppe vermischt werden. Doch aus dem vermeintlichen künstlerischen Desaster entwickelt sich eine Begegnung zweier völlig unterschiedlicher Vorstellungen von Liebe, Leben und Kunst.
Ariadne selbst hat sich nach der Trennung von Theseus auf die Insel Naxos zurückgezogen. Während sie sich nach dem Tod sehnt, versucht Zerbinetta ihr zu erklären, dass eine verlorene Liebe keineswegs das Ende bedeuten muss. Mit der Ankunft des Gottes Bacchus nimmt Ariadnes Geschichte schließlich eine unerwartete Wendung.
Strauss verbindet in seiner Partitur kammermusikalische Feinheit mit großen spätromantischen Klangwelten. Die gegensätzlichen Sphären von Oper seria und Komödie verschmelzen zunehmend miteinander – und aus dem Konflikt zwischen vermeintlich hoher und leichter Kunst entsteht ein Werk über die Möglichkeiten des Theaters selbst.
Am Staatstheater Mainz übernimmt Gabriel Venzago die musikalische Leitung. Regie führt Rahel Thiel, die nach ihrer Mainzer Inszenierung von „4.48 Psychose“ erneut am Haus arbeitet. Bühne und Kostüme gestalten Volker Thiele und Elisabeth Vogetseder. So wird Strauss’ spielerischer Zusammenprall unterschiedlicher Theaterwelten zum Ausgangspunkt für die Frage, was Kunst eigentlich sein darf – und wer darüber entscheidet.
Premiere 23. Januar 2027

