Mit Richard Wagners „Lohengrin“ bringt das Staatstheater Mainz im Oktober 2026 eines der großen Werke der romantischen Oper auf die Bühne. Zwischen mittelalterlicher Sage und psychologischem Drama erzählt Wagner von bedingungslosem Vertrauen, politischer Macht und einer Liebe, die an einer einzigen verbotenen Frage zerbricht.

Elsa von Brabant wird beschuldigt, ihren verschwundenen Bruder Gottfried ermordet zu haben. Friedrich von Telramund fordert ein Gottesurteil: Ein Zweikampf soll über ihre Schuld oder Unschuld entscheiden. Doch Elsa besitzt keinen Kämpfer – bis ein unbekannter Ritter erscheint und sich bereit erklärt, für sie anzutreten.

Der Fremde besiegt Telramund und Elsa wird freigesprochen. Einer gemeinsamen Zukunft scheint nichts mehr im Weg zu stehen. Doch der geheimnisvolle Ritter stellt eine Bedingung: Elsa darf ihn niemals nach seinem Namen oder seiner Herkunft fragen. Gerade dieses Verbot wird zum Ausgangspunkt für die Intrige von Telramund und dessen Frau Ortrud.

Ortrud gelingt es, Zweifel in Elsa zu wecken. Das Vertrauen zwischen den Liebenden beginnt zu zerbrechen, bis Elsa schließlich jene Frage stellt, die sie niemals stellen sollte. Lohengrin offenbart daraufhin seine wahre Identität: Er ist der Sohn Parzivals und ein Ritter des Heiligen Grals – und muss Elsa nun verlassen.

Wagner verbindet in seiner 1850 uraufgeführten Oper mittelalterliche Legenden mit einer Geschichte über Vertrauen und die Sehnsucht nach einem Erlöser. Zugleich steht hinter der romantischen Handlung die Frage, welche Erwartungen eine Gesellschaft auf eine scheinbar übermenschliche Figur projiziert und was geschieht, wenn dieser Mythos ins Wanken gerät.

In Mainz übernimmt Gabriel Venzago die musikalische Leitung. Erik Raskopf zeichnet für Inszenierung und Kostüme verantwortlich, Bühne und Video stammen von Christoph Schubiger. Corby Welch ist als Lohengrin zu erleben, Nadja Stefanoff als Elsa, Julija Vasiljeva als Ortrud und Brett Carter als Friedrich von Telramund.
Premiere 4. Oktober 
weitere Aufführungen: 24. Oktober, 1., 6. und 21. November sowie 20. und 27. Dezember 2026

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